Flauschige Fellnasen und eine Erfahrung für's Leben
9) USA
8) Kanada
7) Japan
6 Monate on the road - ein Resümee von euren zwei Backpackern
6) Indonesien
5) Thailand
4) Kambodscha
Unsere Highlights in 50 Tagen Weltreise
3) Laos
2) Vietnam
Ein Gefühl von Freiheit
1) Philippinen
USA
Unser neuntes bereistes Land auf unserer Weltreise.
Die „Mighty Five“ von Utah, USA
Am 30. September `24 starteten Erwin und ich mit unserem geliebten Minivan Ännie das Abenteuer „Nationalparks Utah“. Sieben Tage lang wanderten wir durch Schluchten, wateten durch Wasser, kämpften uns durch Sanddünen und blickten von Klippen auf surreale Naturphänomene. Wenn man, wie wir, ein absoluter Naturliebhaber ist, sollte man die „mächtigen Fünf“ unbedingt bereisen. Jeder Nationalpark hat seine eigenen Besonderheiten, auch wenn die Parks nah beieinander liegen. Kein Park gleicht dem anderen, bis auf die Wüstenatmosphäre, die in ganz Utah herrscht. Jeden Morgen wurden wir mit den ersten Sonnenstrahlen wach (okay, ich zumindest. Erwin der Vampir hat es nicht so mit dem Schlafen) und beschlossen unseren Tag mit dem Sonnenuntergang. Wir lieben es, so verbunden mit der Natur zu sein und unseren Tagesrhythmus nach der Sonne zu richten. Dieser Roadtrip war für uns von der Natur her ausnahmslos der Faszinierendste und wir möchten diese Erfahrung gerne mit euch teilen.
Der Arches-Nationalpark
Dieser Park ist bekannt für seine mehr als 2.000 natürliche Steinbögen und begeisterte uns mit seinen balancierenden Felsen. Am besten fanden wir die Aussicht auf den Delicate Arch vom Upper Viewpoint aus.
Kleiner Fakt am Rande: Der Delicate Arch ist ein bekanntes Symbol des Staates Utah und auf den Kennzeichen der Autos zu sehen. Er ist einer der berühmtesten geologischen Besonderheiten der Welt!
Canyonlands
Der Canyonlands-Nationalpark macht mit seinen 340.000 Hektar Canyons seinem Namen alle Ehre. Wir waren zum Sonnenaufgang an den Klippen der Canyons, abseits der Wanderwege. Dieser Anblick zählt zu unseren Highlights. Auch nicht vergessen werden wir die abgrundtiefen Kraterrisse und Kraterschluchten in der Erde, die den Park zu etwas ganz Besonderem machen.
Capitol-Reef-Nationalpark
"Capitol“ wegen der weißen Kuppeln aus Navajo-Sandstein, die an die Kuppeln von Kapitolsgebäuden erinnern und "Reef“ wegen der felsigen Klippen wie ein Ozeanriff
Dieser Park führte uns durch eine beeindruckende Schlucht, rechts und links meterhohe Felswände mit unterschiedlichen Farbtönen von weiß zu sandsteinfarben zu schwarz. Die Wanderung „Grand-Wash-Trailhead“ ist für uns das Highlight des Parks.
Zum Sonnenuntergang hin leuchteten die weißen Kuppeln des Parks in tiefen Rottönen und brachte uns magische Momente.
Bryce-Canyon-Nationalpark
Ein unglaublicher Anblick bietet dieser Park mit der größten Ansammlung von Hoodos (Felsnadeln, die durch Erosion entstanden sind) auf der Erde.
Am Sonnenaufgang schauten wir vom Sunrise Point hinab auf hunderte Hoodos, was wir so noch nie in unserem Leben gesehen haben. Anschließend liefen wir zum Sunset Point durch die Hoodos hindurch und fühlten uns wie auf einem anderen Planeten. Der Park bescherte uns viele surreale und faszinierende Momente und ist einer der schönsten Parks der Mighty Five.
Zion-Nationalpark
Wunderschöne grüne Pflanzen, hohe Felswände, tiefe Schluchten und ozeanblaue Flüsse machen den Park zu einem der vielfältigsten Nationalparks der Mighty Five. Bei unserem Trail „Angels-Landing“ ging es steil und zick-zack-förmig hinauf. Der Ausblick war wie die Filmkulisse „Jurassic Park“: Eine riesige Grünfläche mit hindurchschlängelndem Fluss, umrandet von hohen Felswänden.
Ebenso ein Highlight war für uns das Waten durch den Virgin River inmitten der 300 Meter hohen Zion-Canyon-Schlucht. Die Wanderung nennt sich „The Narrows“ und jeder Schritt war ein Abenteuer. Der Besuch des Parks ist ein absolutes MUSS.
Einfach auf die Bilder klicken, um sie in voller Größe zu sehen. :)
Kanada
Unser achtes bereistes Land auf unserer Weltreise.
Unser Roadtrip quer durch die Rocky Mountains
Kanada ist wunderschön! Dass Erwin und ich das nordamerikanische Land lieben, kann man anhand unserer Aufenthaltszeit feststellen. Sechs Monate lang bereisten wir den Staat und haben davon zwei Wochen ganz besonders in Erinnerung behalten: Unsere Zeit in den mächtigen Rocky Mountains. Der Roadtrip mit unserem Minivan „Ännie“ begann in Vancouver und ging durch fünf Nationalparks, angrenzende Städte und Provincial Parks.
Die Nationalparks, die wir in den Rockys besuchten: Revelstoke; Yoho-Nationalpark; Glacier-Nationalpark; Kootenay-Nationalpark; Banff-Nationalpark
Um euch die wunderbare Welt der Berge, Seen und Täler Kanadas zu zeigen, haben wir unsere 11 „Must-See“ Spots zusammengefasst (und wer bis zum Ende liest, erfährt noch unseren Geheimtipp). Die aufgeführten Punkte beinhalten Viewpoints, Wanderungen, Canyons, Parks und Städte. Die ganze Bandbreite, die Kanada zu bieten hat und die wir beeindruckend fanden.
Der Moraine Lake
Der Moraine Lake war unser schönster Spot in den Rocky Mountains. Umgeben von mehreren Berggipfeln, reflektieren die Gesteinspartikel das Sonnenlicht und lassen den See smaragdgrün erscheinen. Der Bergsee liegt auf einer Höhe von 1.885 m und ist 50 ha groß. Morgens konnten wir trotz Touristen in vollkommener Ruhe den Sonnenaufgang betrachten.
Takakkaw-Falls und Laughing-Falls
Die Takakkaw Falls im Yoho-Nationalpark gehören mit 250 m Höhe zu den höchsten Wasserfällen in ganz Kanada und sind mit dem Auto zu erreichen. Von hier aus beginnt der Weg zu den Laughing-Falls, welcher mit insg. 7,8 Km und 125 m Anstieg für Erwin und mich ein halber Tagesausflug war. Der Weg führt durch den Yoho-Wald entlang des Yoho River und des Little Yoho River.
Stanley Glacier Trailhead
Dieser Wanderweg liegt im weniger bekannten Kootenay-Nationalpark. Der Hin- und Rückweg liegt bei ca. 9 Km und ist ein moderater Wanderweg mit einem Höhenunterschied von 400 Metern.
Die Landschaft verändert sich mehrmals, und so wanderten wir Kurve um Kurve durch Serpentinen, Waldbrandgebiet und blühende Wiesen, bis unter unseren Füßen nur noch Felsbrocken waren und wir uns mitten im alpinen Gelände befanden.
Der Weg endet mit der Aussicht auf den Stanley-Gletscher und einen Wasserfall.
Banff und Canmore
Die Stadt Banff liegt mitten im Banff Nationalpark und faszinierte uns durch ihre wunderschöne Altstadt, die umliegende Bergkulisse und tausenden Möglichkeiten für Aktivitäten.
Hier herrscht touristischer Trubel, was eine gelungene Abwechslung zu der Zeit ist, die man in der Natur verbringt.
Im Gegensatz zum Trubel in Banff ist Canmore eher ruhig, wird jedoch ebenso von Berggipfeln umrandet und bietet eine hübsche Altstadt. Wir genossen die Zeit hier sehr.
Unser Must-See Spot in Banff: Der Sulphur Mountain und das Banff Springs Hotel
Sonnenaufgang Peyto-Lake
Wie auch der Moraine Lake strahlt der Peyto Lake türkisfarben durch seine Gesteinspartikel und macht ihn zu einem wunderschönen Gletschersee, welcher schon fast mit dem Moraine-Lake konkurrieren kann. Man kann ihn leicht durch einen kurzen Waldspaziergang erreichen.
Unser Geheimtipp: Der Kootenay Provincial Park
Mit seiner umliegenden Bergkette, dem langgezogenen türkisfarbenen See und den vielen Rastpunkten könnte dieser Provincial Park unserer Meinung nach auch als Nationalpark gelten. Erwin und ich haben dort einen Stopp eingelegt und waren fast alleine in dieser wunderschönen Umgebung. Der Park ist ein toller Ruheort und die perfekte Entspannung nach einem langen Tag.
Nachtwanderung zum Ha Ling Peak
Der Ha Ling Peak liegt südlich von der Stadt Canmore und ist 2.407 m hoch. Unsere Nachtwanderung dort hinauf startete um 2:45 Uhr und den Gipfel erreichten wir nach einem steilen Aufstieg um 4:30 Uhr. Die ganzen 4 Km über waren wir mit einem klaren Sternenhimmel gesegnet. Auf dem Peak angelangt, blickten wir von oben auf die Stadt Canmore, den Bow River und eine riesige Gebirgskette. Die Gipfel wurden von der aufgehenden Sonne in ein warmes Rot getaucht und bescherten uns magische Momente.
Marble Canyon
Wer Abwechslung von den vielen Wanderungen und Seen braucht, der ist beim Marble Canyon gut aufgehoben. Man steht auf den Brücken direkt über dem Canyon, blickt auf steile Abhänge hinunter und kann die Wucht des Wassers sehen, welches durch den engen Spalt der Schlucht tobt. Man überquert den Canyon bis zum Ende, wo ein hübscher Wasserfall den Abschluss bildet.
Emerald Lake
Der See im Yoho-Nationalpark überraschte uns durch seine leuchtend blau-grüne Farbe und der umliegenden einzigartigen Pflanzenwelt, die typischerweise nur in feuchten Wäldern im Landesinneren von British Columbia vorkommt. Er ist nicht so bekannt wie der Lake Louise oder der Moraine Lake und wird oft leider unterschätzt.
Wasootch-Ridge Trail
Diese Gratwanderung ist etwas für geübte Wanderer. Vom Parkplatz aus geht es steil auf eine Bergspitze. Hier folgt man dem Kamm auf sechs weitere Gipfelspitzen. Je weiter man läuft, desto spektakulärer wird der 360 Grad Ausblick auf das ganze Gebiet. Mit insg. 11 Km und ca. 760 Hm kamen wir auf eine Dauer von 6 Stunden. Wir haben allerdings nicht alle sieben Bergspitzen mitgenommen, sondern sind bis zur fünften Spitze gelaufen.
Balu Pass Trail
Der im Glacier National Park gelegene Balu Pass Trail erstreckt sich auf insg. 12,8 Km und weist einen Höhenunterschied von 780 m auf. Hier wandert man durch verschiedene Landschaften: Von Wald und Wiese über Kaskaden bis hin zu felsigen Lawinenpfaden ist alles dabei. Uns begeisterte der Trail auch durch seine tierische Artenvielfalt. Vorsicht: „Baloo“ steht für „Bär“ und kennzeichnet das Gebiet als Bärengebiet (v.a. Grizzlys). Ab dem 15. Juli - 30. September darf man nur mit einer Gruppe den Trail laufen. Erwin und ich liefen den Trail übrigens zu zweit am 10. Juli - gefährlich gefährlich. ;-)
Lake Minnewanka
Der Lake Minnewanka ist mit 21 Kilometern der zweitlängste See in den Parks der kanadischen Rocky Mountains. Er begeisterte uns durch seine Größe und die herausragende Bergkette. Er wird auch „Water of the Spirits“ genannt.
Ein kleines Résumé zu unserem Roadtrip durch die kanadischen Rocky Mountains:
Alleine die Autofahrt durch das Gebirge ist wunderschön und eine tolle Erfahrung, selbst wenn man kein Wanderfan ist.
Die Wanderungen in Kanada sind oftmals mit vielen Höhenmetern und lang. Wir wandern oft und sehr gerne und kamen in Kanada an unsere Grenzen, da die Strecken wirklich anstrengend waren.
Es lohnt sich, auch die kleineren Parks in seine Planung mit reinzunehmen, da diese ebenso spektakuläre Wanderungen bieten (siehe Stanley Glacier Trailhead) ohne überfüllt zu sein.
Wir waren im August dort und hatten den Eindruck, dass sich die Besucher sehr gut verteilen und sich keine großen Menschenmengen bilden.
Wir freuten uns täglich auf sternenklare Nächte und empfehlen jedem, der dort ist, sich den Himmel nachts in einem Nationalpark anzusehen. Mit viel Glück seht ihr sogar die Polarlichter!
Und zu guter letzt: Man hat wenig bis garkein Netz und kann dadurch nicht mit der Außenwelt kommunizieren. Ladet euch am besten vorher die Offlinemap auf Google runter, damit ihr wenigstens navigieren könnt und sagt eurem Umfeld Bescheid, dass ihr in dieser Zeit nicht immer erreichbar seid.
Drogen en mass in Chinatown
Wenn man an Kanada denkt, hat man riesige Bergfronten vor Augen, kristallklare Seen und dichte grüne Wälder.
Woran keiner denkt: Inmitten der drittgrößten Metropolregion Kanadas, nämlich Vancouver, spielen sich extreme Szenarien auf öffentlichen Straßen ab.
Als Erwin und ich von Japan nach Vancouver flogen, haben wir noch nichts von dem Drogensumpf in der Großstadt mitbekommen. Das Viertel „Chinatown“ in Downtown zu besuchen stand direkt für Tag 2 auf unserem Plan. Wir hatten nichts über das chinesische Viertel im Internet nachgelesen und wollten uns überraschen lassen. Also stiegen wir in den Bus und fuhren los. Schon nach kurzer Zeit im Bus hatten wir das Gefühl, dass Chinatown als Touristenviertel nicht wirklich existiert. Je mehr wir in das Viertel hineinkamen, in desto mehr Augen von Obdachlosen und tausenden Fentanylleichen blickten wir.
Die gefährlichste und frequentierteste Straße dort ist die East Hastings Street. Hier treffen Obdachlose, Prostituierte, Dealer und Süchtige aufeinander. Leider kann man sich als Tourist schnell in dieses Viertel verirren, da der Drogenslum unmittelbar neben einer hippen Bar-Area in Downtown liegt. Nur 5 Minuten braucht man um vom Szeneviertel hierher zu gelangen. Als wir in dieser Straße landeten, fühlten wir uns fehl am Platz und unwohl. Die Menschen taten uns unfassbar leid, denn mit so viel Elend und Leid hatten wir am Anfang unseres Tages nicht gerechnet. Einige lagen halbnackt auf den Bürgersteigen. Sie schlurften wie Zombies durch die Gegend und konsumierten in der Öffentlichkeit Drogen. Wir sahen, wie sich Menschen Fentanyl spritzten, Crack rauchten und Heroin nahmen. Viele waren weggetreten, starrten mit offenem Mund durch die Gegend, hatten faltige Gesichter mit leeren Augen und offene Wunden an ihrem Körper.
Aber wie kommt es, dass in Downtown Eastside / Chinatown eine Opioidkrise ausbricht? Und welche Rolle spielt dabei die Regierung, die es soweit hat kommen lassen?
Kurz gefasst führte 1986 ein hoher Touristenaufschwung innerhalb von drei Monaten zu 800 - 1.000 Zwangsräumungen der Einheimischen in der Kernstadt Downtowns. Einkommensschwächere wurden verdrängt um für wohlhabende Touristen Platz zu schaffen. Auch der Drogenhandel explodierte durch das hohe Touristenaufkommen. Der einzige Ort, an dem die Wohnungen bezahlbar waren und an dem es eine Fülle von Sozialwohnungen gab, war Downtown Eastside (also die Hastings Street und die Blocks drumherum). Es war als ein armes Viertel bekannt, welches für jeden erschwinglich war. Dadurch, dass nun immer mehr Menschen mit existenziellen Krisen und daraus resultierenden psychischen Problemen dorthin zogen und zugleich immer mehr und schneller Drogen produziert wurden durch den Touristenboom in Downtown, verschärfte sich die Lage rasant. Eine Studie ergab, dass rund 74 % der Drogensüchtigen in Downtown Eastside an psychischen Erkrankungen leiden. Die Schließungen von den Geschäften in der Umgebung war das Ergebnis von einem immer größer werdenden Drogenproblem. Somit wurde aus einem ehemaligen Zentrum für Kultur und Unterhaltung, in dem sich jeder etwas leisten konnte, ein karges Problemviertel.
1997 wurde erstmals der Gesundheitsnotstand ausgerufen, da etwa 1.000 Menschen an einer Überdosis Drogen starben. Auch 2016 musste der öffentliche Gesundheitsnotstand wieder ausgerufen werden, diesesmal durch eine neue tödliche Droge namens Fentanyl. Da Vancouver eine Handelsstadt ist, ist sie auch am anfälligsten für neue Drogen. Über die chinesische Mafia gelangte Fentanyl letztlich in die lokale Drogenvesorgung und heizte die Opiumskrise deutlich an. Fentanyl ist 50 x stärker als Heroin und wird mittlerweile in zahlreichen illegalen Laboren in Kanada hergestellt. Es ist billig und dadurch für die Drogensüchtigen der Hastings Street so erschwinglich und hochgefährlich.
Erwin und ich standen inmitten einer Masse an Menschen, die lethargisch an der Straße herumhingen, eingenickt oder sogar bewusstlos waren. All das sind Auswirkungen von Fentanyl, und je mehr wir nach den Fakten und Zahlen der Drogenkrise in Vancouver recherchierten, desto deprimierter wurden wir. Es ist leider kein Ende in Sicht.
Falls ihr interessiert seid an dem Beginn der Drogenkrise, der fehlgeschlagenen Drogenpolitik und was die chinesische Mafia mit der Drogenherstellung und Etablierung des Fentanyls zutun hat, verlinke ich euch einige interessante Artikel.
Der für mich interessanteste Artikel:
https://www.nzz.ch/wirtschaft/fentanyl-und-geldwaescherei-in-vancouver-reiche-investoren-machen-sich-zu-den-handlangern-der-chinesischen-triaden-ld.1776921
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https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/kanada-british-columbia-entkriminalisierung-harter-drogen-101.html
https://www.nzz.ch/international/harte-drogen-british-columbia-wagt-die-entkriminalisierung-ld.1726489
https://www.cbc.ca/radio/ondrugs/city-on-drugs-the-dark-pull-of-vancouver-s-downtown-eastside-1.4229455
Delfinjagd in Indonesien vs. Whale Watching in Kanada
Jedes Land hat seine Sehenswürdigkeiten und Attraktionen.
Lovina, ein Ort an der Nordküste Balis, z. B. ist bekannt für seine unzähligen Delfine, die die Touristen zu Genüge bei einer „Lovina Dolphin Whatching“ Tour aus nächster Nähe betrachten können.
Auch Kanada ist für seine Säugetiere im Meer bekannt, z. B. verschiedene Wal-Gattungen wie der Weisswal, Pottwal oder der Blauwal, sowie Robben und Seeotter. Auch hier gibt es verschiedene Anbieter, die Touren verkaufen, um es Menschen zu ermöglichen, die Meerestiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten und dabei etwas über sie zu lernen.
Da Erwin und ich in beiden Ländern je eine Tour mitmachten, möchten wir euch nun ein bisschen etwas über unsere Erlebnisse dort erzählen.
08. Dezember 2023, Lovina (Indonesien):
Im Ferienort Lovina angekommen, schlendern wir durch die Straßen, um uns die Stadt anzuschauen. Was uns dabei schnell auffällt: Fast jeder zweite Straßenstand bietet Dolphin-Whatching zu extrem günstigen Preisen an. Eine Tour dauert zwei Stunden und kostet 100.000 Rupiah pro Person, was umgerechnet ca. 5 € sind. Der Preis macht uns stutzig, vor allem da eine Delfinsichtung garantiert wird. Fun Fact: Genau diese Touren werden online auf gängigen Seiten wie Tripadvisor für knapp 70 € beworben. Anfangs lehnen wir die Touren ab, irgendwann wird jedoch bei uns der Wunsch ausgelöst, die Delfine von Lovina bei einem Sonnenaufgang zu betrachten. Also buchen wir uns nach langem Hin- und Herüberlegen eine Tour für den nächsten Tag, 6 Uhr morgens. Einen wirklichen Plan wie das ganze wird hatten wir nicht.
Pünktlich um 6 Uhr treffen wir am nächsten Morgen unseren Guide am Strand. Er sieht aus wie ein alter Fischermann und führt uns direkt zu den Jukungs, den traditionellen balinesischen Fischerbooten. Die Tour ist nur für uns zwei, weshalb wir auch direkt starten können. Während wir immer mehr aufs offene Meer fahren, geht die Sonne langsam auf und wir genießen einen wunderschönen Morgen auf dem Boot.
Womit wir nicht rechnen sind die buchstäblich zweihundert anderen Fischerboote mit Touristen, die wir nach 15 Minuten auf dem Meer treffen und welche allesamt auf Delfinsuche sind. Nach kurzer Zeit sehen wir die erste Delfingruppe, und ab da beginnt die „eigentliche“ Tour: Es ist eine Delfinjagd, eine Hetzjagd im Paradies von Bali. Das ganze Drama geht circa eine Stunde, bei welchem die Delfine eingekreist werden und zum Teil sogar über sie drüber gefahren wird. Auf der Internetseite der Gesellschaft zur Rettung der Delfine steht ganz klar in den Richtlinien, dass man einen Mindestabstand von 100 Metern einhalten sollte. Im Umkreis von 200 Metern sollten lediglich höchstens drei weitere Boote zugegen sein. Wir finden es schade, dass man sich hier auf Bali überhaupt nicht an die Richtlinien hält und dass den Delfinen keine Wahl gelassen wird, ob sie mit den Menschen interagieren möchten oder nicht. Sobald die Delfine sich entfernen, wird die Fahrtrichtung geändert und wieder Gas gegeben. Die Begegnungen waren somit zwar vorhanden, aber für die Tiere gezwungen, hektisch und definitiv nicht auf Augenhöhe. Auch konnten wir leider nichts über die Delfine und ihr Verhalten erfahren, da unser Guide kaum mit uns kommuniziert hat. Wahrscheinlich war er auch nicht vom Fach und hätte uns keine interessanten Informationen geben können.
09. Mai 2024, Nanaimo (Kanada):
Um 11 Uhr stehen Paddy, Erwin und ich bereits am Hafen im Bürogebäude des Tourenanbieters „Vancouver Island Whale Whatch“.
Zwei Tage davor buchten wir die Wal-Beobachtungstour über das Internet. Dieses Mal achteten wir darauf, dass es anders läuft als in Indonesien: Der Anbieter „Vancouver Island Whale Whatch“ verfügt über eine professionelle und gut gestaltete Webseite, auf der ersichtlich wird, dass das Tierwohl groß geschrieben wird. Hat man das Pech und sieht während der Bootsfahrt keinen Wal, darf man bei der nächsten Tour kostenfrei mitfahren. Die Webseite überzeugte uns mit ihren Informationen über die Vorgehensweise der Touren und der Expertise im Team, sodass wir die Walbeobachtungstour für 150 € pro Person buchten.
Am Tag der Tour stehen wir am Hafen und warten noch auf die anderen Touristen, mit denen wir den Ausflug gemeinsam antreten. Insgesamt sind wir acht Personen plus eine studierte Meeresbiologin vom Team und ein Kapitän.
Alle bekommen Ganzkörperanzüge (sooo sexy - nicht) und eine kleine Einführung in die Sicherheitsvorkehrungen und den heutigen Tag. Das Wetter ist perfekt, Sonnenschein pur, nicht eine Wolke am Himmel. Mit einem speziell für Walbeobachtungen gebauten Freiluftschiff fahren wir Richtung Süden zu den Gulf Islands, da es auf dieser Strecke an den meisten Tagen viel zu sehen gibt, z. B. Wale, Robben und Seeadler. Die Bootsfahrt ist von Anfang an ein Erlebnis: Schnell nehmen wir richtig Fahrt auf und preschen mit einem mega Speed über den Ozean, sodass alle sich an einer Halterung festhalten müssen. Dadurch bekommen wir einen guten Adrenalinkick und vergessen fast, dass es bei der Tour um eine Walsuche geht und nicht um das „cruisen“ über den Ozean. Wir sind mit dem Boot alleine auf dem offenen Meer und merken schnell, dass es alles andere als eine Hetzjagd wird. Wir fahren nur so schnell, weil wir einen weiten Weg vor uns haben, nicht um Tiere zu verfolgen. Keiner der Wale ist gechippt oder markiert, sodass man sie wirklich nur durch Sichtung finden kann. Als wir das US-Gewässer überqueren, ist es endlich soweit: In der Nähe der San Juan Islands sehen wir erst nur das Blas des Wals, dann seine Schwanzflosse. Interessant finden wir, dass die Mitarbeiterin in Sekundenschnelle Bilder von der Flosse schoss und an die Zentrale schickte, welche den Wal dann direkt identifizieren kann. Es ist Bagheera, ein Buckelwal, ein 2021er Kalb, dessen Geschlecht noch nicht bestimmt werden kann. Er ist wohl auf Nahrungssuche und daher kurze Zeit an der Oberfläche. Fun Fact: Als man den Blas des Wals sah, saß ich natürlich auf der Toilette und habe mich geärgert. :D
Ein paar Mal noch sehen wir, wie er seine Flosse schwenkt, entweder aus Gründen der Nahrungssuche oder weil er einfach nur spielt. Es wird genau darauf geachtet, die Richtlinien einzuhalten, d.h. Abstand zu halten und nicht länger als nötig zu bleiben. Wir verbringen ein wenig Zeit mit der Beobachtung von Bagheera und machen uns dann wieder auf die lange Heimreise. Insgesamt sehen wir noch Robben, die neben dem Boot miteinander spielen, Seehunde und Weisskopfseeadler.
Fazit:
Die Delfintour in Indonesien war preislich natürlich unschlagbar. Wir haben viele Delfingruppen aus nächster Nähe beobachten können und hatten einen wunderschönen Sonnenaufgang. Aus moralischen und ethischen Gründen würden wir die Tour allerdings kein zweites Mal buchen und auch nicht weiterempfehlen. Dafür sind die Delfine einem zu hohen Stress ausgesetzt, den man wirklich vermeiden könnte, würde man sich an die Richtlinien halten.
Das Whale-Watching in Kanada verlief hingegen auf jedenfall nach Vorschrift und war auf das Wohl des Tieres ausgerichtet. Hier waren professionelle und engagierte Mitarbeiter an Board und wir fühlten uns gut betreut. Durch den eingehaltenen Abstand zu dem Wal konnten wir von diesem leider nicht allzu viel erkennen, da man dafür wirklich ein Fernglas gebraucht hätte. Die Bilder der gemeinsamen Walbeobachtungstour, die man auf der Webseite sieht und nach der Tour auch per Email geschickt bekommt, sind mit einem Zoomobjektiv entstanden. Daher sind wir auch hier der Meinung, dass die Tour zwar einmalig schön war, wir sie aber für diesen stolzen Preis kein zweites Mal mehr buchen würden.
Kanadas Spiel mit den Flammen!
„I am 48 years old and I never saw that in Canada.“ (Aaron, bester Autohändler in Nanaimo)
Wir sprachen mit einigen Kanadiern über die Polarlichter in der Nacht vom 10. - 11. Mai und waren erstaunt, dass die meisten noch nie das Lichterspektakel zu Gesicht bekamen.
Bei dem Polarlicht, welches auch Aurora genannt wird, treffen elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes auf die oberen Schichten der Erdatmosphäre. Dadurch werden die Luftmoleküle zum Leuchten angeregt und es entsteht eine Leuchterscheinung in Farbtönen wie z. B. grün, lila oder gelb.
Wir wurden im April das erste Mal in Whistler, einem beliebten Ski- und Snowboardort, auf die Aktivität der Nordlichter aufmerksam. In einer Facebookgruppe hieß es, man könne die Lichter dort gut sehen. Leider hatten wir eine regelrechte Pechsträhne und entweder eine schlechte Sicht oder die Lichtaktivität war zu niedrig, um die Lichter sehen zu können. Trotzdem nahmen wir uns vor, am Ball zu bleiben und die Lichter irgendwann in Kanada zu sichten.
Im Mai konnte ich dann nur noch an eins denken: Meine beste Freundin in die Arme zu schließen!
Schon länger hatte sie geplant, uns auf der Weltreise zu besuchen und nun war es endlich soweit. Tagtäglich planten wir unsere gemeinsame Zeit und powerten die Tage zusammen durch. Was dabei natürlich total in Vergessenheit geriet: Die Polarlichter.
Eines Tages schauten wir auf unsere Handys und sahen eine Bilderflut aus Deutschland mit wunderschönen Lichtern am Himmel. In Deutschland sind die Lichter sichtbar und wir sehen sie nicht in Kanada? Verdammt! Da ihr in Deutschland allerdings neun Stunden voraus wart, war das unsere Chance, die Lichter noch am gleichen Tag zu sehen.
Abends kamen wir nach einer langen Autofahrt ziemlich erschöpft gegen 22 Uhr von unserem Ausflug nach Hause. Erwin recherchierte schnell den Aurora forecast auf seinem Smartphone und siehe da: Lichteraktivität 10/10! Erwin improvisierte noch schnell sein Kameraequipment und machte aus seinem Wanderschuh ein Stativ für die Nacht und komplett übermüdet trotz Kaffee und Energy im Magen fuhren wir um 0.30 Uhr noch einmal los um die Polarlichter zu sehen. Auf unserer Fahrt kamen uns reihenweise Autos entgegen und wir dachten schon, wir hätten das große Spektakel bestimmt verpasst.
Als Aussichtspunkt wählten wir den Neck Point Park, ein Stadtwäldchen direkt am Ozean mit schönen Küsten und zahlreichen Buchten drum herum. Als wir dort ankamen, machten sich die meisten schon auf den Heimweg. Dabei fing es doch gerade erst an! Nach und nach sahen wir immer leuchtendere Farben am Himmel, die zeitweise sogar miteinander tanzten. Während sich die Menschen weiter verabschiedeten, blieben wir bis um 3 Uhr nachts sitzen und strahlten nur so vor Glück. Die Lichter einzufangen war wie ein kleines Spiel, da sie immer wieder verschwanden und irgendwo erneut auftauchten. Mal weniger hell, mal bombastisch intensiv leuchtend.
„Sieht aus wie Lord Voldemort gegen Harry Potter“ - Paddy, dein Kommentar war absolut der beste Satz des ganzen Abend und ohne dich wären die Polarlichter nur halb so gut gewesen!
Als wir uns nach zweieinhalb Stunden endlich aus der Genickstarre lösten und auf den Heimweg machten, war außer uns nur noch ein einziges Auto an der Küste.
Die Nordlichter in Kanada auf Vancouver Island zu sehen war spektakulär und ein Ereignis, an das wir uns das ganze Leben erinnern werden. Und am glücklichsten macht mich, dass ich das Erlebnis mit meiner besten Freundin teilen konnte. Danke, dass du dabei warst.
Lichterspektakel auf Vancouver Island
49° 10‘ N, 123° 56‘ W
Farbenfrohe Lichter tanzen miteinander um die Wette: Welches Licht ist das schönste dort oben?
Das magische Naturwunder mit der besten Freundin zu sehen, macht es gleich noch viel magischer!
Japan
Unser siebtes bereistes Land auf unserer Weltreise.
Faktencheck Japan
Unsere skurrilsten Fakten
- Japan ist SEXUALISIERT! Auf den Straßen sieht man reihenweise leicht gekleidete junge Mädels in Kostümen, die Menschen in Themen-Cafés bringen sollen, riesige Animewerbebanner an Gebäuden mit Motiven, die definitiv nicht jugendfrei sind. Es gibt Erotikläden an jeder Ecke, selbst Büchereien haben eigene Räume für Hentais, BDSM und vieles vieles mehr...
- Beim Zahnarzt zieht man vor dem Behandlungsraum seine Straßenschuhe aus und schlüpft in Hausschuhe, die die Praxis zur Verfügung stellt
- Hausschuhe sind generell total der Renner und werden auch auf öffentlicher Straße getragen
- Im Schwimmbad sind Ohrringe und Piercings verboten. Kann man diese nicht rausnehmen, wird einem der Zugang verwehrt
- Japans Mode ist extrem! Extrem elegant sowie extrem extravagant. Anzüge und lange Mäntel sind der Hit, selbst Schüler tragen ihre Schuluniform gerne mal Samstags und Sonntags im Café. Im Gegensatz dazu sind die vielen jungen Mädels kaum zu übersehen, die halbnackt durch die Stadt laufen und kein Halt davor machen zu zeigen, was sie haben.
- Hier kann man in ein Cosplayoutfit schlüpfen ohne komisch angesehen zu werden
- Regenschirme sind der meistgeklaute Gegenstand in Japan
Das Metrosystem
- Das U-Bahnsystem in Japan ist eines der besten der Welt
- Jede Zuglinie ist einer bestimmten Farbe zugeordnet, welche man auf den Metroplänen gut erkennen kann
- Die Pläne gibt es immer auf japanisch und in englischer Sprache
- Viele Schilder an Wänden und ebenso Pfeile am Boden in den verschiedenen Farben der Linien helfen einem bei der Orientierung, die Linie zu finden. Super einfach und perfekt für Touristen!
- Es ist strukturiert vorgegeben, wie man zu laufen hat. Man sieht kaum jemanden, der querbeet läuft und sich nicht an die vorgegebenen Pfeilrichtungen hält.
- Es geht hier alles um Schnelligkeit, jeder „falsche“ Schritt ist vergedeudete Zeit.
- Die Züge sind auf die Minute pünktlich
- Züge sind DAS Haupttransportmittel um von A nach B zu kommen
- An vielen Bahnhöfen kann man sich über eine App auf dem Handy Regenschirme ausleihen
- Über Google kann man sehen, in welches Abteil man am besten einsteigt wenn man einen Anschlusszug erwischen muss und zeitlich daher begrenzt ist
Das japanische Volk
- Japaner sind äußerst leise und zurückhaltend. Ob in Parks, in der Ubahn oder in Restaurants: Gespräche sind fast nie laut, störend oder unangenehm für andere
- Japaner sind schlank. Wir haben kaum übergewichtige Japaner zu Gesicht bekommen
- Ein oft gesagtes Wort in Japan ist „Sumimasen“, übersetzt „Entschuldigung“
- Japaner sind sehr freundlich und helfen einem wo es nur geht —> Auf Verhaltensregeln wird besonders geachtet
- Japaner sind sehr hygienebewusst (im Umkleideraum eines Schwimmbads z.B. wischen sie nach dem schwimmen selbst ihre Wassertropfen vom Boden und machen die Vorrichtung sauber, wo sie sich geföhnt und zurecht gemacht haben)
- In der Öffentlichkeit zeigen Japaner wenig Zuneigung bzw. tauschen kaum Zärtlichkeiten aus (Hand halten, schmusen etc.)
- Japaner müssen bis ins hohe Alter arbeiten. Am meisten sahen wir ältere Arbeiter auf der Straße mit Securityaufgaben oder bei Arbeiten bezüglich der Straßenordnung
Kulinarität
- Japaner ernähren sich hauptsächlich von Reis und Nudelsuppe
- In Japan wird alles mit Stäbchen gegessen
- Am beliebtesten sind Schnellrestaurants oder Kantinen, die auf eine oder zwei Nudelsuppen spezialisiert sind
- Für gute Restaurants stehen Japaner gerne auch mal eine Stunde oder länger in der Schlange
- Es gibt super viele Snacks wie Onigiris, die wenig kosten und gesund sind
- In Supermärkten wie 7 Eleven gibt es jeden Tag frische Gerichte wie Sushi und Onigiris, Chicken Katzu, gebratene Nudeln und frische Ramensuppen
- Jedes Restaurant bietet kostenloses Wasser zum selber zapfen an. Manche bieten sogar kostenlos heißen Tee an
- Viele Restaurants oder Fast-Food-Läden sind technisch sehr weit fortgeschritten: Man tätigt man seine Bestellung über ein iPad, das Essen wird von einem Roboter gebracht und gezahlt wird die Rechnung an einem Automaten
- Oft sieht man die Angebote der Lokale schon in Schaufenstern als "fertige Teller" angerichtet. Diese Teller sehen dann tatsächlich so aus wie das, was serviert wird. Erwin und ich entschieden uns oft für den Laden mit dem Schaufenster, was uns am meisten angesprochen hat
- In Japan kann man häufig Bäckern und Köchen ohne Aufpreis oder sonstigen Mehrkosten live bei ihrer Arbeit zuschauen
- Oft liegen Reinigungslappen auf dem Tisch, damit man nach dem Essen den eigenen Tisch selbst sauber macht für den nächsten Gast
- Japaner essen unglaublich schnell!
Random Facts
- Es gibt verschiedene Schuluniformen für verschiedene Schulstufen
- Schüler säubern nach dem Unterricht die Klassenräume immer selbst. Es gibt keine Reinungskräfte dafür.
- Egal ob du in einem Hostel oder Hotel, einem Gasthaus oder einem AirBnB übernachtest: Überall gibt es das komplette Pflegeprogramm für dich (Shampoo und Duschgel, eine Zahnbürste und Zahnpasta, einen Kamm, Ohrenstäbchen usw.)
- Viele Hostels arbeiten ohne Personal. Der Self Check-In und Self Check-Out wird über ein iPad an der Information geregelt - Walk Ins sind daher nicht möglich
- Reinigungspersonal an Bahnhöfen und Hotels müssen ihre Arbeit mit ihrem Handy fotografieren und damit dokumentieren, was sie erledigt haben
- In Supermärkten gibt es zwar noch Mitarbeiter, die deinen Einkauf über die Theke ziehen und dir die Rechung ausstellen, bezahlt wird allerdings selbstständig an einer Maschine daneben
- Bei öffentlichen Toiletten gibt es oft einen Bereich mit Toiletten und Waschbecken und einen weiteren Bereich, der nur dazu dient sich hübsch zu machen: Der Powder Room (bei Männern sowie bei Frauen)
- Bei Google Maps sieht man zu jeder Bus- und Bahnverbindung die verschiedenen Preise. Somit kann man sich ganz einfach die günstigste und beste Verbindung raussuchen
- In Japan ist die Nutzung eines Deodorants unüblich, weshalb es auch kaum welche zu kaufen gibt
Öffentliche Plätze
- Es gibt überall offenes Wlan (in Tempeln, Parks, Aussichtspunkten, Gipfelbergen, Telefonzellen, Bahnhöfen, …)
- Es gibt überall kostenlose und saubere Toiletten
- Toiletten haben mehr Knöpfe als Computer und sind mit viel Schnickschnack ausgestattet (die Klobrillenheizung fanden wir besonders nett)
- Es gibt überall Telefonzellen für internationale Telefonate
- Alle paar Meter findet man Vending Machines, also Getränke- und Snackautomaten. Dort kann man sich sogar Heißgetränke holen zum super günstigen Preis oder auch richtige Hauptmahlzeiten (die Frage ist nur, ob die schmecken...)
- Auf 21 Japaner kommt eine Vendingmaschine
- Viele Gegenden in Japan sind so dermaßen überfüllt, dass man Ausflüge dorthin definitiv unter der Woche planen sollte wenn man keinen Kreislaufkollaps riskieren möchte
- In Tokyo gilt ein Rauchverbot auf der öffentlichen Straße
- Viele Straßen sind trotz 40 Millionen Tokyoter komplett verlassen (oft haben wir keine Menschen oder Autos gesehen, was wir nicht erwartet hätten)
6 Monate on the road - ein Resümee von euren zwei Backpackern
Am 03. September 2023 stiegen wir, Erwin und Eileen, mit unseren Backpacks ins Flugzeug Richtung Südostasien. Nun sind bereits 6 Monate vergangen, in denen wir die Welt bereisen. Unsere Reiseroute führte schon durch insgesamt sieben verschiedene Länder: Die Philippinen, Vietnam, Laos, Kambodscha, Thailand, Indonesien und Japan. Wir können unser Glück, dass wir all diese Kulturen und Länder entdecken, immer noch nicht in Worte fassen.
Zu unseren absoluten Highlights der Reise gehört der Norden Vietnams, welchen wir fünf Tage mit einem Motorrad erkundet haben. Noch nie haben wir eine so faszinierende und unberührte Natur erlebt. Ebenso war der Sonnenaufgang mit Blick auf die größte Tempelanlange der Welt "Angkor Wat" in Kambodscha ein Höhepunkt unserer bisherigen Reise.
Auch unsere Tour in Indonesien (Java) auf die beiden aktiven Vulkane Bromo und Ijen (mit seinem einzigartigen Phänomen des blauen Feuers im Krater) zählen wir zu den unglaublichsten Momenten, die wir bisher erlebt haben. Nie hätten wir gedacht, dass wir einmal gemeinsam auf dem Krater und sogar im Inneren des Vulkans stehen und das Schauspiel aus der Nähe betrachten können.
Abgesehen von der wunderschönen Natur, die uns übrigens auch im ursprünglichen Laos sehr gut gefallen hat, waren wir oft begeistert von den Menschen in den asiatischen Ländern. Trotz mancher Sprachbarrieren und Verständigung mit Hand und Fuß viel es uns beiden mit der Zeit immer leichter, mit den Menschen zu kommunizieren. Wir sind auf viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gestoßen, nicht zuletzt an unserem ersten Tag der Reise, an der alles schief gelaufen ist, was schieflaufen kann: Erwin verlor, noch bevor wir nachts in unserem ersten Appartement ankamen, seinen Rucksack auf den Philippinen mit seinem Kameraequipment, Reisepass und Kreditkarten. Es folgte eine Tour durch zwei Polizeibehörden, einer nächtlichen Fahrt durch den Bezirk Albay und vielen verschiedenen Gesprächen mit Taxifahrern, Shopinhabern und Polizeibeamten. Nach insgesamt 36 Stunden "on Tour" sein konnten wir uns endlich (mit dem gefundenen Gepäck) in unserem Appartement zur Ruhe legen.
Trotz solcher Situationen, von welchen wir mittlerweile wahrscheinlich ein ganzes Buch verfassen könnten, stellen wir immer wieder fest, wie wunderbar das Reisen ist und wie sehr uns immer wieder die Menschen überraschen, denen wir begegnen.
Unser letztes Land und unser momentaner Aufenthaltspunkt, bevor wir nach Kanada fliegen und unser Work-and-Travel Visum beginnen, ist Japan. Im "Land der aufgehenden Sonne" hat uns vor allem die Stadt Tokio mit ihren funkelnden Reklamen und Lichtern überall, dem bunten Treiben in den Straßen und dem impulsiven Nachtleben verzaubert. Als wahre Naturliebhaber möchten wir aber natürlich nicht nur von Japans unglaublicher Hauptstadt berichten, sondern auch noch den Vulkan Fuji erwähnen. Den höchsten Berg Japans haben wir zwar nicht erklommen, allerdings haben wir ihn aus der Nähe gesehen, mitsamt dem Yamanakako-See. Diesen Anblick werden wir wohl auch nie wieder vergessen.
Wir sehen in diesen 16 Monaten so viel Schönes von dieser Welt, wie wir es nie dachten und sind froh, unseren Traum zu leben und jede Sekunde zu genießen.
Indonesien
Unser sechstes bereistes Land auf unserer Weltreise.
Der Tengger-Vulkan-Massiv und die Jagd nach dem blauen Feuer
Yogyakarta, 11.00 Uhr
Voller Vorfreude stiegen Erwin und ich am 05. Dezember 2023 in einen Jeep, der uns zu unserem neuen Abenteuer abholte. Im Auto machten wir neue Bekanntschaften mit zwei Männern, welche die gleiche Tour gebucht hatten wie wir und nun mit uns gemeinsam das Abenteuer begonnen: Eine dreitägige Vulkantour auf der indonesischen Insel Java. Die Tour kostete rund 90 €, inklusive Unterkunft und „Frühstück“ (eine Scheibe Weizentoast, ein Ei und eine Scheibe Melone).
Nach der kurzen Autofahrt ging es weiter mit einer siebenstündigen Zugfahrt, auf welche eine weitere Fahrt mit dem Auto folgte. Der Fahrer ließ uns kurz bei einem für deutsches Verhälnis recht ominösen und unprofessionellen „Reisebüro“ raus (Blechhütte am Straßenrand trifft es besser), wo wir noch schnell Gebühren für den Eintritt zu den Vulkanen zahlen mussten. Der „Manager“ konnte zwar Englisch und erklärte uns das Ganze auch mittelmäßig gut, aber komisch fanden wir‘s trotzdem. Nach ca. zehn Stunden waren wir endlich bei unserer ersten Unterkunft angekommen. Das Saputra View Bromo Guesthouse lag nicht weit entfernt vom Nationalpark Bromo-Tengger-Semeru, welcher unseren ersten Vulkan beherbergt: Den Bromo. Die Lage war perfekt und unser abendlicher Spaziergang durch das kleine Dorf machte den langen Fahrtstress wieder wett.
Um drei Uhr nachts wurden wir von einem lauten Klopfen und einem „YOU HAVE 5 MINUTES“ geweckt. Mit fünf anderen Teilnehmern ging es in einem Jeep los zum Bromo-Tengger-Massiv, eine Vulkankette bestehend aus dem Mount Bromo, dem Batok und dem Vulkan Semeru.
Bei dem Parkplatz angekommen, mussten wir noch fünf Minütchen einen kleinen Hügel zum Viewpoint raufgehen und uns dort die Zeit bis zum Sonnenaufgang vertreiben. Es war eine sternenklare Nacht und außer uns waren so früh tatsächlich nicht so viele Touristen wie gedacht dort. Das machte den Moment für unsere kleine Truppe magisch und wir genossen gemeinsam die ruhige Zeit bis zu den ersten Sonnenstrahlen!
Wir staunten nicht schlecht, als die Sonne um 4.40 Uhr am Himmel erschien und wir den 2329 Meter hohen Vulkan in seiner vollen Pracht zu Gesicht bekamen.
Der Bromo, der Batok und der Semeru im Sonnenaufgang.
Nach dem Sonnenaufgang gingen wir noch auf den Krater des Bromos und konnten das erste Mal ins Innere eines Vulkans schauen und die Geräuschkulisse wahrnehmen, die von dem Vulkan ausgeht.
Gegen 9 Uhr ging es für uns dann wieder mit dem Jeep Richtung Guesthouse. Alles musste jetzt schnell gehen: Duschen, packen, schnelles Frühstück und weiter geht`s im Programm.
Wir fuhren, gemeinsam mit unserer Bromo-Truppe, sechs Stunden zu unserem zweiten Ziel. Die Fahrt war l-e-g-e-n-d-ä-r, denn unsere Strecke verlief hauptsächlich durch schmale, enge Kurven, umrandet von hohen Bäumen und unfassbar viel Natur. Wir sahen nichts als reine Natur. Dazu kam, dass es gegen Abend hin neblig wurde und wir bis auf die Bäume direkt neben uns kaum etwas anderes sehen konnten. Der Wald war umfasst von Mystik und die Atmosphäre magisch.
Als wir ankamen war es ca. 18 Uhr. Wir duschten, liefen ein bisschen durch die Gegend und aßen zusammen mit einem Inder und einer Chinesin aus der Gruppe unsere erste richtige Mahlzeit in dem einzigen Restaurant, was es in der Nähe gab. Dieses Mal konnten wir nicht bis 3 Uhr nachts schlafen, sondern die Tour startete um 1 Uhr nachts.
Da wir ziemlich adrenalingeladen waren, war es für uns kein Problem um die Zeit aufzustehen. Denn: Für uns ging es zu einem 2300 Meter hohen Vulkankomplex in Jawa Timur, der östlichsten Provinz der indonesischen Insel Jawa. Dieser Komplex war für uns aus zwei Gründen ein ganz besonderer: In der Mitte des Komplexes befindet sich ein rießiger Kratersee, welcher als „das größte Säurefass der Erde“ bezeichnet wird. Zudem ist der Ijen das größte Gebiet auf der Welt mit dem Phänomen der blauen Flammen.
Am Parkplatz des Startpunktes unserer anstehenden Wanderung auf den Komplex wurden wir mit Taschenlampen und Gasmasken ausgestattet. Es erwartete uns eine zweistündige moderate Trekking-Tour (ca. 500 Höhenmeter) , um zu dem Rand des Kraters zu kommen. Allerdings nicht alleine - das blaue Feuer ist mittlerweile zu einer Touristenattraktion geworden. Links und rechts standen überall Männer, die uns ihre Angebote verkaufen wollten: Eine Fahrt mit ihrem „Mercedes“ oder „Ferrari“. Klingt ganz lustig. Mit einem Mercedes einen Weg mit Geröll, Steine und Sand hoch auf einen Vulkankomplex? Nein, natürlich nicht. ;-) Die Männer hatten eine Art Kutsche am Wegesrand stehen und zogen damit die Leute den kompletten Weg nach oben. Sie ließen sich das mit 30 € natürlich auch gut bezahlen (für indonesische Verhältnisse). Wir sahen tatsächlich einige, die auf das Angebot zurückgekommen sind und zu unserer Verwunderung waren es hauptsächlich junge Chinesinnen, die auf den ersten Blick recht fit zu sein schienen. Später sahen wir dann, weshalb sich manche dieser Mädels von den Arbeitern hochziehen ließen: Am blauen Feuer und am Kratersee wurde posiert, was das Zeug hält. Halbnackt mit Cosplay-Klamotten bei knackigen 8 Grad Celsius räkelten sich die Mädels für die besten Instagram Bilder auf dem Geröll neben dem Feuer und dem einzigartigen Kratersee. Mittlerweile wachsen die Touristenzahlen durch die Vermarktung im Internet dort stetig - zum Leiden der Bergarbeiter.
Die Bergarbeiter mussten durch hunderte Touristen mit dem schweren Schwefel hindurch. Während wir also bergrunter liefen, mussten diese mit schweren Körben voller Schwefel wieder bergauf. Der Schwefelabbau zählt als einer der härtesten Jobs, denn der Schwefeldampf ist hochgiftig und lebensgefährlich. Viele einheimische Mienenarbeiter liefen den Weg vom Kraterinneren bis ganz nach oben an den Kraterrand mit Flip Flops bergauf. Bis zu drei Kilometer müssen sie den Schwefel durch die Gase und ohne passende Kleidung schleppen, denn erst dann sind sie bei der Verladestation. Für ca. 70 Kilogramm Schwefel bekommen sie 2,50 € ausgezahlt. Im Durchschnitt verdienen sie am Tag 5 - 7 €. Was diese Männer tagtäglich für einen Hungerlohn leisten und dieser Arbeit nachgehen, die leider auch einen frühen Tod bedeutet, kann sich kaum einer vorstellen.
Als wir auf dem Krater angekommen waren, mussten wir direkt die Gasmasken aufziehen. Ich kann den Geruch von Schwefel absolut nicht riechen. Erwin ist da schon ein wenig robuster. 45 Minuten waren es nun bis zum Kraterufer mit dem „Säuresee“ und dem blauen Feuer. Und es hat sich richtig gelohnt!
Für alle die es interessiert hier noch eine kurze Erklärung, wie es zu dem blauen Feuer in dem Krater kommt: Aus Rissen im Vulkan tritt Schwefelgas aus, welches sich bei Temperaturen bis zu 600 Grad Celsius entzündet und als blaue Flamme erscheint. Die blauen Flammen können dabei bis zu fünf Meter hoch werden. Es gibt nur einen weiteren Ort, bei welchem blaue Flammen zu sehen sind, und der liegt in Äthiopien.
Nach dieser aufregenden und spektakulären Tour auf den Mount Bromo und dem Ijen ging es für uns weiter auf die Insel der Götter: Bali.
Thailand
Unser fünftes bereistes Land auf unserer Weltreise.
Elefantenbesuch in Chiang Mai
Nachtrag: Wir haben im Nachhinein gelesen, dass eine richtige Elefanten Auffangstation niemals Touristen ihre Elefanten nahen Kontakt erlauben, gar sie mit ihnen baden lassen würden. Leider gehen wir nun davon aus, dass wir in eine Touristenfalle getappt sind. Trotz allem sind wir der Meinung, dass unser Camp schon um einiges humaner mit Elefanten umgeht wie die Elefantencamps mit den Aktivitäten des Elefantenreitens.
Nun aber zu unserem Erlebnis:
Einen wunderbaren und unvergesslichen Tag, über den wir euch unbedingt berichten möchten, haben wir in Chiang Mai im Elefantenschutzgebiet erlebt.
Da Thailand für seine Elefanten bekannt ist, wollten wir uns einen Tag mit den sympathischen Tieren nicht entgehen lassen. Daher hörten wir uns bei mehreren Anbietern um, welcher sich am besten um das Tierwohl sorgt und wo die Elefanten im Vordergrund stehen und nicht der Spaß der Touristen.
Mit diesem Gedanken landeten wir letzten Endes bei keinem normalen Elefantencamp, sondern bei einer Elephant Sanctuary, d.h. einer Elefantenrettungsstation. Hier buchten wir eine Tagestour, um die Tiere zu beobachten.
Wir starteten am frühen Morgen und fuhren mit einer kleinen Gruppe von insgesamt acht Personen zur „Elephant Sanctuary“. Dort bekamen alle traditionelle Kleidung zum Anziehen. In dem Reservat leben fünf Elefanten, gemischt von jung bis alt. Um sich mit den Elefanten vertraut zu machen, wurde uns die tägliche Fütterung mit Bananen und Bambus gezeigt. Mit einem gewissen Abstand durften auch wir die Elefanten dann füttern, was ein riesen Spaß war (mann, können die viel essen!).
Danach haben wir eine kleine „Wanderung“ Richtung Dschungel mit zwei der Elefanten unternommen. Währenddessen haben wir viele Informationen über die Geschichte des Reservats, die Elefanten und die Natur in der sie leben erzählt bekommen. Bei dem kleinen Spaziergang hat man richtig gemerkt, wie gut es den Elefanten dort geht. Sie wurden absolut nicht gedrängt schneller zu laufen und wir folgten somit keinem bestimmten Zeitplan. Es war super eindrucksvoll, diese riesigen Tiere von so nah beobachten zu können.
Auch beim anschließenden Elefantenbaden wurde darauf geachtet, dass wir nur eine kurze Zeit mit den Elefanten zusammen sind, wohl um sie nicht zu überfordern (trotz allem muss ich hier sagen, dass ich aus ethischen Gründen nicht für das Elefantenbaden mit Touristen bin und es gut fände, wenn es nicht mehr angeboten werden würde).
Die beiden Elefanten im Wasser beim interagieren bzw. spielen miteinander zu sehen, war eine bemerkenswerte Erfahrung, die wir wohl nie vergessen werden. :-)
Wir fanden außerdem interessant, dass die Mitarbeiter der Elefanten Sanctuary in kleinen Holzhütten im Reservat leben, neben den Elefanten sozusagen. Ein Mitarbeiter erzählte uns, dass schon sein Vater und sein Opa für das Reservat arbeiteten und er sozusagen mit Elefanten groß geworden ist. Auch der Fakt, dass die Elefanten sich ab mittags auf einer weitläufigen Fläche frei bewegen können und keinem Touristenprogramm bis abends ausgesetzt sind, bestätigte unsere Annahme, dass die Elefanten dort in guter Obhut sind.
Kambodscha
Unser viertes bereistes Land auf unserer Weltreise.
Kambodscha: Von mystischen Tempelanlagen und traditionellen Tänzen bis zur modernen Partyhochburg
Mit dem Bus ging es für Erwin und mich am 27. Oktober 2023 über die Grenze Laos‘ in ein neues Land: Kambodscha, Land Nummer Vier unserer Weltreise. Insgesamt verbrachten wir sieben Tage in der Stadt Seam Reap und lernten Kambodschas Sehenswürdigkeiten, Traditionen und die Partyszene kennen.
Kambodscha
ist bekannt für seine Tempelanlagen von Angkor im Nordwesten, welche den Tourismus zu einem der erfolgreichsten Wirtschaftszweige Kambodschas macht. Und genau das wollten wir uns gerne ansehen: Eine der größten archäologischen Stätte der Welt, gekennzeichnet und geschützt als ein UNESCO-Welterbe. Doch Kambodscha, speziell Seam Reap, ist nicht nur etwas für Architektur- und Geschichtsliebhaber, sondern auch etwas für Partymäuse. Über die Entwicklung von einer traditionellen, nichttouristischen Stadt zu einer Partyhochburg war Erwin sehr überrascht, da er Seam Reap schon 2017 besuchte und die Stadt damals als Kleinstadt mit nur wenig westlichem Einfluss wahrnahm.
Angkor
Die Gesamtanlage Angkor erstreckt sich über eine Fläche von etwa 400 km2 und erzählt mit seinen Tempelruinen, Skulpturen und Wandmalereien die Geschichte der verschiedenen Hauptstädte des damaligen Khmer-Reiches vom 09. - 15. Jahrhundert. Ein Tagesticket kostet 33 €.
Wir buchten für 5,50 € in unserem Hostel „OneDerz“ die Sonnenaufgangstour. Um 4.30 Uhr ging es für uns in einem Tuktuk zur Haupt-Tempelanlage „Angkor Wat“, welche repräsentativ für die Kultur des Landes und das heutige kambodschanische Volk steht. Es ist das Nationalsymbol und sowohl auf der Landesflagge als auch auf der Währung des Landes abgebildet. Angkor Wat ist ein knapp 1000 Jahre altes Bauwerk mit imposanten Tempeln und einer erstaunlichen Geschichte dahinter.
Nach einem eindrucksvollen Sonnenaufgang besichtigten wir noch vier weitere Tempel, welche alle auf ihre eigene, individuelle Art besonders und interessant sind.
Bayon
Der Tempel Bayon ist das zweit beliebteste Denkmal in Angkor wegen seiner zahlreichen Steingesichter. Da unklar ist, was die Gesichter symbolisieren, wurden sie einfach zum Wahrzeichen der Geheimnisse von Angkor ernannt.
Ta Keo
Der Tempel Ta Keo besteht aus einem zentralen Turm mit einer Spitze, welche 50 Meter hoch ist. Der Turm ist von vier niedrigeren Türmen umgeben. Der Tempel ist fast vollständig aus Sandstein erbaut.
Ta Prohm
Ta Prohm ist ein sehr ursprünglicher Tempel und als „Dschungeltempel“ bekannt. Hier regiert der Urwald, welcher den Tempel langsam für sich einnimmt und umhüllt. Hier drehte man den Film „Tomb Raider“ mit Angelina Jolie, durch welchen der Tempel eine riesen Bekanntheit erlangte.
Banteay Kdei
Banteay Kdei ist ein im 12. Jahrhundert erbauter Klosterkomplex, welcher mit vier Tortürmen und mehreren Gesichtern besetzt ist. Der Tempel wird von einem Wassergraben umgeben und durch Torbögen gelangt man in den Eingang. Hier regieren die Affen! Die sind mittlerweile Touristen gewöhnt und nehmen sich alles, was sie kriegen können.
Northern Gate to Preah Khan
Preah Khan wird auch „Fusionstempel“ genannt. Hier treffen die beiden Religionen Buddhismus und Hinduismus in Form von Steingesichtern aufeinander.
Traditionelle Tänze
In Kambodscha nennt sich der Nationaltanz „Apsara Dance“. Zu unserem Glück wird dieser noch regelmäßig im Amazon Angkor Restaurant mit integriertem Theater aufgeführt, sodass wir in den Genuss des Tanzes sowie vier weiteren traditionellen Tänzen kommen konnten. Jeder Tanz erzählt eine Geschichte, bei der es um die kambodschanische Kultur, den Glauben und die Liebe geht. Erwin und mich haben die Tänze sehr fasziniert, daher möchten wir euch drei der Tänze vorstellen.
Mani Mekhala Dance
Der „Mani Mekhala Dance“ stellt die Herkunft des Gewitters und des Blitzes dar. Ein Junge bekam in dieser Geschichte eine Axt geschenkt, ein Mädchen eine Kristallkugel. Der Junge war eifersüchtig und kämpfte mit dem Mädchen um die Kristallkugel. Er schmiss seine Axt nach ihr um sie zu töten, sie schmiss zur Verteidigung ein Stück Glas in Richtung Axt. Aus der Kollidierung ging Gewitter und Blitz hervor und wurde so erschaffen.
Fishing Dance
Der „Fishing Dance“ wurde erschaffen aus der kambodschanischen Lebensweise „Wo Wasser ist, da ist auch Fisch“ und zeigt dem Publikum, welche Gegenstände für die Fischerei genutzt werden, wie die Korbfischfalle oder den Bambuskorb.
Blessing Dance
Der beste Tanz war für uns der „Blessing Dance“, bei welchem die Tänzer klassische Khmer Royal Ballett-Kostüme trugen und Engel darstellten. Hierbei geht es darum, dass dem Khmer-Volk die Charaktereigenschaften Ehrlichkeit, Höflichkeit und Freundlichkeit zugeschrieben werden und sie sich darüber definieren. Der Tanz zeigte also die innere Schönheit des Volkes und beeindruckte Erwin und mich sehr.
Während der Tänze gab es ein Buffet aus der kambodschanischen Küche mit typischen Gerichten wie Amok Trei (Fischcurry in Kokosmilch), Samlor Machu Banle (säuerliche Fischsuppe), Froschschenkel oder Prahok (Paste aus fermentiertem Fisch).
Es war das größte Buffet, was Erwin und ich je sahen mit Vorspeisen, Hauptgängen und Desserts. Es gab mehrere Live-Köche, welche ihre Speisen frisch vor unseren Augen zubereiteten, z.B.
Papayasalat (die Papaya wurde frisch gestampft),
Black Tiger Garnelen und Roastbeef,
Nudelsuppe mit exotischen Zutaten und
Nachspeisen wie frisch gedämpfte Pfannkuchen und Kokosnussbällchen.
Nachtleben in der Pub Street
-Geister schreien, Hexen lachen, gebt uns Süßes, sonst wird‘s krachen-
Dieses Motto begleitete uns auf unserer kompletten Kambodschareise, denn Halloween dauert hier nicht nur eine Nacht! Ob auf den Straßen, im Hostel, im Fitnessstudio oder diversen anderen Läden: Halloweendekoration und Partyflyer waren überall. Hier wird Halloween richtig groß gefeiert. Wie groß, das erfuhren wir, als wir nach ein paar Drinks im Hostel zu fünft in die Pub Street sind. Die Pub Street ist die Partymeile in Seam Reap schlechthin, und grade zu Halloween konnte man kaum einen Fuß vor den anderen setzen, weil es so voller Menschen war. Im Internet wird Seam Reap schon als „asiatischer Ballermann“ bezeichnet. Wir fühlten uns wie im Film „Hangover“ nur ohne „Dschungelkatze“ im Bad am nächsten Morgen. ;-) Menschen waren allesamt in Partylaune, aufwendig kostümiert und die Bars waren, wie auch einige Feierwütige, proppevoll.
Die Bar- und Clubszene war wirklich spektakulär und Touristen feierten dieses Event gemeinsam mit den Einheimischen. Allerdings gibt es auch einige Bedenken hinsichtlich dieser riesengroßen Halloween-Party, die kein traditionelles Fest ist, sondern entstanden durch westlichen Einfluss. Ältere Generationen haben Angst, dass ihre Khmer-Werte und Traditionen langsam durch den westlichen Einfluss verdrängt werden und die Kultur zunichte macht.
Für Erwin und mich war es eine nette Abwechslung zu unserem Besuch der Tempelanlage, auch wenn wir natürlich hoffen, dass die kambodschanischen Traditionen trotz der Touristen mit hohem Konsumverhalten und unterschiedlicher religiöser Einstellung, erhalten bleibt.
Unsere Highlights in 50 Tagen Weltreise
Der Vulkan Mount Mayon, welcher 2462 Meter hoch ist und auf den Philippinen liegt. Ob mit klarer Sicht am Morgen, umrandet vom Nebel am Nachmittag, ob mit lodernder Lava oder ruhig und ohne Flamme: Der Mayon ist definitiv ein Highlight für uns!
Wir waren mal kurz schaukeln - am nördlichsten Punkt in Vietnam, und zwar genau zwischen den beiden Ländern Vietnam und China. Kann auch nicht jeder sagen, oder? :)
Mit dem Motorrad fuhren wir eine 350 Kilometer lange Schleife durch den Norden Vietnams. Der fünftägige Roadtrip war für uns das wohl schönste Erlebnis während unserer Reise.
Die Laternenstadt Hoi An in Vietnam war für mich, Eileen, ein weiteres Highlight, da die komplette Stadt geschmückt ist mit wunderschönen Laternen. Wo man auch hinsieht, entdeckt man Blumen, eine tolle Natur und kleine Gassen, die mich verzauberten.
Bai Dinh-Tempel: Der größte Komplex buddhistischer Tempel in Vietnam hat es uns besonders angetan. Bestehend aus einer neuen Tempelanlage und einem traditionellen alten Tempel brauchten wir für diese Anlage 6 - 7 Stunden reine Gehzeit. Zudem sah man hauptsächlich Einheimische, Buddhisten und Mönche, was uns ein ganz besonderes, spirituelles Gefühl gab.
Unfassbar geflasht waren wir vom Sonnenaufgang in Laos, denn wir sahen auf 600 Höhenmetern aus einem Heißluftballon die Sonne hinter den Bergen aufsteigen. Unter uns das wunderschöne Vang Vieng, drum herum hohe Berge und überall eine atemberaubende Natur.
Laos
Unser drittes bereistes Land auf unserer Weltreise.
Ab in den Süden Laos
Vang Vieng
Nachdem wir eine (für Backpacker) lange Zeit in Luang Prabang verweilt haben, ging es für uns innerhalb einer Stunde mit dem Zug weiter Richtung Süden in die 25.000 Einwohner Stadt Vang Vieng.
Die schnuckelige Kleinstadt hat eine wirklich bemerkenswerte Landschaft. Inmitten der Stadt befinden sich sechs blaue Lagunen, welche umzingelt sind von Karstgebirge, Monsunwald und Tropfsteinhöhlen.
Damals wie auch heute ist die Stadt bei Rucksackreisenden bekannt für das Tubing. Beim Tubing lässt man sich in einem aufgeblasenen Plastikreifen den Fluss abwärts treiben und hält an verschiedenen Stopps währenddessen an um Barhopping zu betreiben. In Vang Vieng befanden sich damals noch extrem viele Bars an den Ufern, die Alkohol an die Urlauber verkauften. Vor rund zehn Jahren starben mehrere Urlauber, da sie mit (zu viel) Alkohol im Blut an den Stromschnellen umkippten und ertranken. Daher wird das Tubing heute mit Vorsicht und vor allem mit weniger Alkohol genossen.
Erwin und ich fanden, dass man Vang Vieng sowieso lieber entspannt und ohne Vollrausch genießen sollte, daher haben wir das Tubing ausfallen lassen (vielleicht kam auch noch dazu, dass wir krank waren *hust*). ;-)
Blaue Naturpools
An einem schönen heißen Tag unternahmen wir stattdessen eine Motorradtour zu vier grandiosen blauen Lagunen und genossen das kühle Wasser und einen frisch gepressten Smoothie. Keine Lagune gleichte der anderen, und doch fühlte man bei jeder den gleichen Vibe: Entspannung! Trotz vieler Touristen mochten wir unseren Ausflug dorthin sehr und können die Lagunen wirklich jedem empfehlen der in Vang Vieng Urlaub macht, da der Eintritt bei fast jeder Lagune bei rund 1 - 2 € liegt. Möchte man den Touristen entkommen, so lässt man am besten Lagune 1, das Touristenziel schlechthin, aus und fährt schon früh morgens los. Hier ein paar Bilder von den blauen Lagunen und der Stadt Vang Vieng:
Frei wie ein Vogel
in einem Heißluftballon 650 Meter über der Erde
Eigentlich haben wir keine Höhenangst. Trotzdem ging uns die Pumpe ziemlich schnell, als wir aus dem Ballon schauten und auf das wunderschöne Land Laos von oben blickten.
Morgens um 5:45 Uhr wurden wir, zusammen mit fünf weiteren Personen, bei unserem AirBnB von einem Jeep abgeholt und zu einer Grünfläche mit drei Heißluftballons gebracht. Dort durften wir dabei zusehen, wie die Heißluftballons startklar gemacht wurden. Hier wurden einige Mitarbeiter gebraucht, die die Ballons halten mussten und dabei ordentlich ins Schwitzen kamen, als die heiße Luft von Gasbrennern hineingeblasen wurde und die Ballons sich nach und nach aufrichteten. Das war ein ganz schönes Spektakel und wirklich cool anzusehen!
Als wir dann im Korb standen und unser Ballon abhob, war es ein total aufregendes Gefühl. Einen kleinen Anflug von Panik bekamen wir kurz, da am Tag zuvor ein Ballon abgestürzt war. Allerdings war der Moment schnell verdrängt, als wir auf 650 Metern schwebten und die aufgehende Sonne hinter dem Horizont erblickten. Dies war ungelogen einer der atemberaubendsten Sonnenaufgänge unseres Lebens.
Unser Ballon konnte, im Gegensatz zu den anderen beiden, ziemlich lange unbeeinträchtigt vom Wind in der Luft stehen und uns somit eine entspannte Atmosphäre geben. Wir genossen den Ausblick auf den Nam Song River direkt unter uns, umhüllt von Natur und am Rand umschlossen von mächtigen Kalksteinfelsen und Bergen.
Wir versuchten, so viel wie möglich von dem Ausblick aufzusaugen, und als wir dann sicher unten landeten, waren wir noch euphorischer als zuvor. Außerdem waren wir froh, nicht in dem anderen Ballon gewesen zu sein, welcher nämlich eine Bruchlandung in den Bäumen hinlegte.
Besser hätten wir 90 € nicht investieren können. Aber seht selbst, wieso:
Vientienne
Von Vang Vieng aus fuhren wir mit dem Bus nach Vientiane, die Hauptstadt von Laos.
Dort waren wir nur für einen Zwischenstopp, und das war auch gut so:
Wäre ich eine hippe und trendige Influencerin, würde ich wohl sagen:
Heeeeyyy Leute, mega Location. Hier steht ein Kriegsdenkmal mit einem Springbrunnen davor, ziemlich fancy alles in Vientienne.
Zum Glück bin ich aber kein Influencer, der alles schön darstellen muss und kann euch sagen: Bis auf zwei Sehenswürdigkeiten hat Vientienne nichts, was einen dort hält. Und ganz ehrlich: Das Kriegsdenkmal und der goldene Tempel „That Luang“ ist jetzt auch nicht unbedingt ein Besuch wert.
Was tatsächlich besonders für uns beide war, das war der Blick auf den Sonnenuntergang. Wir standen abends auf der laotischen Seite und konnten über den Mekong auf der thailändischen Seite den Sonnenuntergang anschauen.
Ansonsten ist die Stadt leider absolut nicht sehenswert, aber eine verrückte und leicht absurde Reisestory
möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:
In Vientiene schliefen wir in dem billigsten Hostel, was wir bis jetzt hatten. Für 3,50 € pro Nacht war hier sogar noch „Frühstück“ (Tütenkaffee, zwei Scheiben trockenes Toast mit einem Mini-Spiegelei) inklusive.
Erwin und ich hatten zwei Betten in einem Vierbettzimmer gebucht. Als wir ankamen, war ein Bett bereits belegt von einer anderen Dame und ein Bett sichtlich benutzt und nicht frisch bezogen. Die restlichen zwei Betten waren frei. Also legten wir unsere Schlafsachen und einige andere Gegenstände auf die beiden unbenutzten Betten. Wir schauten uns ein bisschen die Gegend an, und als wir wieder im Hostel ankamen, lag aufeinmal eine ganz andere Person in MEINEM Bett. Die Frau, die darin lag, stank zum einen fürchterlich und sah zum anderen wirklich verranzt aus. Meine Schlafsachen hatte sie einfach in das ungemachte Bett gelegt. Den Vorhang bei ihrem Bett hatte sie leicht zugezogen. Als sie den Vorhang dann leicht aufzog, sagte ich zu ihr: You throw me out of my bed?! Sie ignorierte mich einfach und antwortete garnichts. Okay, dachte ich, nicht ausrasten. Da ich keine Lust hatte mich in das vierte, benutzte Bett zu legen, ging ich zur Rezeption und fragte, ob sie für mich das Bett frisch beziehen könnten. MEIN Bett war ja mittlerweile einfach anderweitig belegt. Zum gleichen Zeitpunkt kam dann die Frau, die mein Bett belegt hatte, ebenfalls zur Rezeption und beschwerte sich, dass mein Freund mit im Zimmer sei. Daraufhin sagte man ihr, sie hätte ein Bett in einem gemischten Schlafsaal gebucht und nicht im Frauenschlafsaal. Ich dachte nur: „Wenn die jetzt meinen Freund hier rauskicken wollen, raste ich aber wirklich aus.“ Sie ging darauf beleidigt in das Zimmer.
Die andere Person im Zimmer war auch eine Frau. Die war ebenso VERRÜCKT, nur anders verrückt. Die ist bestimmt 10x die Tür rein und raus, erzählt uns dazwischen was für „wonderful humans in this world“ sind und hatte unter ihrem Bett einen kompletten Haushalt eingerichtet. Da wir die Nacht kein Auge zugemacht haben (Überraschung: Beide Frauen waren laute Schnarcher), waren wir froh am nächsten Tag eine andere Übernachtungsmöglichkeit gebucht zu haben und danach auch schon im Flieger nach Pakse zu sitzen.
Pakse
Pakse ist mit rund 68.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt von Laos. Hier unten im Süden verirrt sich normalerweise kein Backpacker. Wir allerdings wollten uns kurz die Stadt für zwei bis drei Tage ansehen. Im Stadtinneren gab es außer einem Nachtmarkt (auf welchem man absurde Spiele machen konnte wie: Ringe auf Gänsehälse werfen um eine Coca Cola zu gewinnen, nichts besonderes.
Daher schauten wir in unserem Hostel nach Ausflügen außerhalb. Während man im Internet Wasserfalltouren für stolze 190 € angeboten bekommt, so haben wir in unserem Hostel für eine Wasserfall-Rundtour mit einer coolen Hosteltruppe ca. 20 € p.P. bezahlt. Unvergleichbar mit dem Preis im Internet.
In der Wasserfall-Tour inbegriffen waren drei Wasserfälle und ein Stopp in einer Kaffeeplantage. Die Wasserfälle waren wirklich toll und mit der Gruppe hatten wir auch jede Menge Spaß.
Don Det
Ob die kleine Insel „Don Det“ im Mekong eine Reise wert ist, ist im Internet umstritten.
Die einen erzählen, die Insel sei einzigartig und sehenswert, während die anderen der Meinung sind, es sei dort einfach nur überteuert, ohne Infrastruktur und ohne richtige Sehenswürdigkeiten.
Wir waren uns tatsächlich auch erst nicht einig, doch zum Glück habe ich Erwin überreden können, für einige Tage Don Det zu erkunden. Denn wie sich herausstellte, war es für uns Backpacker ein kleines Paradies, auf das wir nun zurückblicken können.
Genau wie im restlichen Laos ist auch der Vibe in Don Det ein sehr entspannter.
Mit unserer Hostelgruppe aus Pakse sind wir in zwei kleinen Bussen zum Hafen am Mekong gebracht worden. Von dort aus ging es mit einem kleinen Boot auf die schnuckelige Insel Don Det.
Dort angekommen sind wir erstmal Richtung Hostel geschlendert. Im Übrigen ist dies das einzige Hostel, was es auf der ganzen Insel gibt. Man könnte jetzt denken, die Preise dort seien bestimmt überteuert. Falsch gedacht! Eine Nacht kostete Erwin und mich 5,50 €.
Vorbei an süßen Cafés und Restaurants ging es durch kleine Felder und hübsche Holzhütten zu unserer Bleibe. Den ganzen Weg lang haben wir kaum einen Menschen gesehen und eine traumhafte Ruhe genießen können. Das Hostel, welches wir gebucht hatten, passte genau an diesen Ort. Richtig gut gelaunte und sympathische Menschen, die alle wenig Lust auf Action hatten und dafür viel Entspannung suchten. So kam es auch, dass wir schnell mit Menschen aus aller Welt Kontakte knüpften. Fun Fact: Ein Typ (hey Dan 😄) sah aus wie Ed Sheeran, ORIGINAL! Singen konnte er leider nicht. Lustig war‘s trotzdem, da wir uns an diesem Tag einfach treiben liesen und nach einigen schönen Stunden, guten Gesprächen und einer Flasche Lao Whiskey (für drei Euro) tot ins Bett gefallen sind. Die spontanen Abende sind nun mal die Besten, wie man so schön sagt.. :-)
Am nächsten Tag radelten wir mit Kirstin, die wir in Pakse kennengelernt hatten, einmal um die Insel herum. Innerhalb von nur einer Stunde hatten wir alles gesehen - und waren einfach nur happy an diesem Ort zu sein. Besonders schön fanden wir die Li Phi Somphamit Waterfalls. Diese lagen auf der Nachbarsinsel nur eine kurze Fahrt über eine Brücke entfernt.
Nicht nur mit Kirstin haben wir die Tage viel unternommen, gelacht und uns unfassbar wohl gefühlt, sondern ebenso mit zwei Kanadiern, die wir auf dem Boot nach Don Det kennenlernten. Mit den beiden, Chris und Ken, haben wir eine Tour zu den Mekongfällen gemacht, welche der breiteste Wasserfall der Erde und der größte Wasserfall Asiens ist. (Kleiner Vorausblick: Die beiden haben wir später in Kanada einige Male besucht und wir finden es immer wieder erstaunlich, was für wunderbare Menschen es auf der ganzen Welt gibt.)
Es ist schwierig, in Worte zu fassen, wieso man sich auf dieser Insel so wohlfühlt. Es ist alles entschleunigt dort, ohne Hektik oder Eile. Man lebt einfach entspannt vor sich hin. Die kleinen Bars und Cafés spiegeln dies in ihrer Karte sehr gut wider - von Marijuanabrownies und Mushroomcocktails bis hin zur „Happy Pizza“ kann man hier alles kaufen. Aber auch wenn man wie wir auf diese Dinge verzichtet, breitet sich schnell ein Gefühl des „Ankommens“ in einem aus. Es ist einfach eine Gegend, die aus nur zwei kleinen Hauptstraßen besteht und die man nach nur einem Tag kennt wie seine eigene Westentasche.
Da Erwin und ich anfangs Bedenken hatten, dort überhaupt hinzugehen, hatten wir erstmal für nur zwei Nächte gebucht. Daraus wurde schnell fast eine komplette Woche. An jeden Unschlüssigen können wir plädieren, Don Det in seine Planung mit aufzunehmen und das kleine Fleckchen Glück in sich aufzusaugen.
Laos - Ankunft, der Almosengang der Mönche und atemberaubende Wasserfälle in Luang Prabang
Am 09. Oktober 2023 flogen wir von Hanoi (Vietnam) nach Luang Prabang (Laos).
Ich gebe zu: Shame on us, unser Fußabdruck wird durch die Weltreise nicht unbedingt der beste sein.
Allerdings wussten Erwin und ich seit dem ersten Blick aus dem Flugzeugfenster: Das Land hat eine unglaublich schöne und unberührte Natur. Wir sahen kaum Stadt, dafür aber Unmengen an Reisfeldern und dichtem Dschungel umhüllt von Gebirgsketten. Mittendrin fließt mit 4909 Kilometern einer der längsten Flüsse der Erde: Der Mekong.
Willkommen in Luang Prabang!
In Luang Prabang angekommen, ließen wir uns von einem Jeep zu unserem Hotel fahren. Hier wurden wir mit der Nachricht empfangen, dass der Hotelmitarbeiter unser gebuchtes Zimmer an andere Gäste vergeben hatte und wir daher in ein anderes Zimmer ausweichen müssen. Nicht unbedingt der beste Start, aber immerhin war das Hotel super zentral gelegen und recht günstig. Das Beste: Wir waren nur einen Kilometer vom Mekong entfernt.
Generell kann man über Luang Prabang sagen, dass es eine kleine kuschelige Stadt ist, welche viele Tempel beherbergt zu denen man kostenlosen Zugang hat. Ebenso ist es sehr angenehm, dass Luang Prabang nicht weitläufig ist, sodass man das meiste gut zu Fuß erreicht. Für kleines Geld kann man hier wirklich viel von der Stadt sehen und eine Menge schöner Dinge erleben.
Abends konnten wir es uns daher nicht nehmen lassen, ein schönes Restaurant mit Blick auf den Mekong aufzusuchen und uns dort bei einem Fischcurry den Sonnenuntergang anzusehen.
Ansonsten waren wir tatsächlich jeden Abend beim Nachtmarkt essen. Hier gab es hauptsächlich asiatische Speisen (davon enorm viele frisch gegrillte Fisch- und Fleischspieße), ein Hauch französisches Essen (meistens Crepé) und ein paar Gerichte aus Indien. Der Renner waren frisch gemachte Früchteshakes. Die hat man im Übrigen an jeder Ecke zu einem supergünstigen Preis (ca. 60 Cent pro Shake) bekommen. Fast alles war hier spottbillig an Speisen und Getränken.
Der Almosengang der Mönche
Interessant war für uns der morgendliche Almosengang der Mönche. Da wir nicht dem buddhistischen Glauben angehören, wollten wir nicht aktiv daran teilnehmen, sondern lieber aus der Ferne die Zeremonie miterleben.
Jeden Morgen gegen 6 Uhr gehen die Mönche dabei in einer Reihe mit geöffneten Schalen die Straßen entlang und sammeln Almosen von gläubigen Buddhisten. Da Mönche nicht für eine Gegenleistung arbeiten dürfen, sind sie auf die Spenden der Gläubigen angewiesen. Sie müssen also von dem leben, was sie morgens bei ihrem Almosengang bekommen. Die Einwohner widerum geben die Almosen (meistens in Form von Reis), damit sie einbezogen werden in die Gebete der Mönche und ihnen dadurch Gutes widerfährt. Außerdem erweisen sie den Mönchen dadurch ihren Respekt.
Bei der Zeremonie selbst ist es wichtig, bestimmten Regeln zu folgen: Man kniet oder sitzt auf einem Höckerchen auf dem Boden und wartet, bis die Mönche die Straßen entlanglaufen. Kommen die Mönche nun bei einem vorbei, so legt man die Gabe in die Schalen der Mönche. Während alldem vermeidet man Blickkontakt und verhält sich ruhig. Die Mönche anzufassen ist natürlich verboten und das Handy muss in der Tasche bleiben.
Es ist eine höchst gläubige und ernstzunehmende Zeremonie und wir waren sehr froh, sie einmal miterlebt zu haben.
Aber: Mittlerweile ist dies leider zu einer absoluten Touristenattraktion geworden.
Erwin und ich waren schon um 5:40 Uhr vor Ort. Zu dieser Zeit war alles noch still und ruhig. Keine Spur von Hektik oder Chaos.
20 Minuten später kamen Reiseführer mit mehreren Gruppen lauter Touristen (90 % Chinesen…) um die Ecke. Von Ruhe und Spiritualität keine Spur mehr, da die Touristen lautstarke Gespräche abhielten, lachten und ganz aufgeregt auf den Hockern hin- und herrutschten. Den Mönchen wurden Handys und große Kameras (mit Blitz!) direkt vor ihr Gesicht gehalten, laut wurde miteinander diskutiert wer von welchem Mönch das beste Bild gemacht hat. Es war grauenvoll. Für Erwin und mich gab es nicht nur eine Situation, die völligen Fremdscham in uns auslöste. Über all das haben wir tatsächlich auch noch einige Zeit nachdenken müssen.
Pure Menschlichkeit trotz ärmlicher Verhältnisse
Über die Dorfbewohner von Luang Prabang können wir nur positives berichten: Wir haben uns sehr aufgehoben und wohl gefühlt! Die Menschen waren alle mehr als freundlich und hatten tagtäglich ein Lächeln im Gesicht. Im Gegensatz zu den Menschen in vielen anderen ostasiatischen Ländern war hier keiner aufdringlich und wollte uns ständig etwas verkaufen. Die meisten konnten hier auch ganz gut Englisch, was die Verständigung enorm erleichterte.
Atemberaubende Wasserfälle in Luang Prabang und Pakse
Zu allerletzt noch etwas zur Natur in Laos: Das dieses Land eine überaus große Menge an tollen Wasserfälle hat, das hatten wir nicht erwartet. Daher hier ein paar Bilder des Wasserfalls Kuang Si in Luang Prabang, des Wasserfalls Tad Sae (zu welchem man übrigens nur mit einem Boot kommt) und zu unserer Wasserfalltour in Pakse.
Vietnam
Unser zweites bereistes Land auf unserer Weltreise.
Vietnam, Hoi An
Eine Stadt des magischen Lichterrauschs und der alltäglichen Frage: Do you know Taylor?
Normalerweise sind Erwin und ich keine Städteliebhaber und wir würden immer einen Tag in der Natur einem Stadttag vorziehen.
Von der Stadt Hoi An hatte ich allerdings schon viel gehört und wollte sie mir wegen ihres wunderschönen nächtlichen Lichterspiels und der traditionellen hübschen Altstadt ansehen. In meiner Vorstellung war Hoi An eine kleine süße Stadt mit tausenden Lampen und Laternen, in welcher man den ganzen Tag herumschlendert und an jeder Ecke ein kleines Lieblingscafé entdeckt. Ein sehr romantischer Gedanke.
Tatsächlich hat die Stadt einen außergewöhnlich universellen Wert durch ihren gut erhaltenen kleinen asiatischen Handelshafen, der die Stadt zu einem Schmelzpunkt verschiedener Kulturen aus der ganzen Welt macht. Hier wurde damals weltweit Handel betrieben. Viele Teile Vietnams wurden leider durch Bomben im Krieg zerstört, doch Hoi An hatte Glück und wurde davon weitgehend verschont. Dadurch, dass die Altstadt in Hoi An ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat, so wie auch ihre Funktion als Handelszentrum, wurde sie 1985 zum nationalen Kulturerbe ernannt, ein paar Jahre später durch ein neues Gesetz sogar zum besonderen nationalen Kulturerbe.
Um diese authentische, sehenswerte „Lichterstadt“ besichtigen zu können, nahmen Erwin und ich einen Umweg von rund 250 Kilometern auf uns. Und ja, liebe Leute, es hat sich gelohnt!
Buntes Treiben in der Stadt und … wer ist eigentlich diese Taylor?
Wie auch in meiner Vorstellung waren wir direkt verzaubert von der bepflanzten malerischen Altstadt, von den Lampions und den Fachwerkhäusern, welche Cafés und Souvenirläden beherbergen. Vor allem die traditionelle Holzarchitektur fanden wir sehr charmant. Seite an Seite stehen die Läden reihenweise aneinander und warten auf Kundschaft. Versteckte Gassen führen dich zu kleinen Lokalen im Grünen oder schlängeln sich zu weiteren Nebengassen. Man fühlt sich ein bisschen wie im Labyrinth. Direkt neben der hübschen Fußgängerzone der Altstadt fließt der Fluss Thu Bon. Während er mittags ein normaler Fluss ist, verwandelt er sich abends in ein Lichterspektakel. Auf hunderten lichtgeschmückten und verzierten Booten wird Touristen die Magie des Abends gezeigt, während sie selbst Laternen vom Boot ins Wasser lassen.
An jeder Ecke befinden sich Straßenverkäufer, die von morgens bis abends ihr Obst, ihre geschneiderten Produkte oder Souvenirs verkaufen. Je nachdem, ob man sich in der Hauptgasse aufhält, kann eine Banane schon mal das fünffache des normalen Preises kosten (wie ich selbst nach einem Kauf festgestellt habe…).
Vor allem ist Hoi An bekannt für eine schnelle und günstige Schneiderkunst. Mit dem Satz „Do you know Taylor?“ wurden wir regelmäßig in der Fußgängerzone morgens begrüßt und mit „Best Taylor for low price only for you guys“ abends verabschiedet. Die vielen Schneidereien sind mittlerweile zu einem Hauptmerkmal der Stadt geworden und werden gut von Touristen besucht und genutzt. Erwin und ich machten uns irgendwann lustig darüber, wenn wir das siebte Mal dieselbe Frage „Do you know Taylor?“ von der Seite hörten. Manchmal antworteten wir dann: „Yes we love Taylor Swift“, „Yes, she broke my heart“ oder „Yes but we don‘t like her“. Übrigens war für uns ein gutes Fortbewegungsmittel das Fahrrad. Unsere Villa, in der wir übernachteten, war gut 20 Minuten von der Stadt entfernt. Von daher war ein Fahrrad mehr als notwendig. Verkehrsregeln wie in Europa gibt‘s hier nicht. Jeder weicht einfach jedem aus, die Regel „rechts vor links“ ist auch nicht existent und Hupen hat sämtliche Bedeutungen wie „Hallo“, „Achtung Geisterfahrer“ oder „Treffen wir uns nachher auf ein Bierchen?“. Da die Stadt recht klein ist, kommt man allerdings auch ohne richtige Verkehrsregeln unfallfrei durch.
Die Magie des Abends
Abends verwandelt sich die Stadt in ein buntes Treiben! Die beleuchteten Laternen, mit denen die Straßen, Läden und Märkte geschmückt sind, verleihen der Altstadt jetzt erst recht ein einzigartiges Flair.
Sobald es abgekühlt ist, kommen die Menschen aus allen Ecken und schlendern auf den Nachtmärkten, unternehmen eine Bootsfahrt auf dem Thu Bon, sitzen gemeinsam an der Promenade, lauschen der Live-Musik und schlürfen Cocktails in den unzähligen Bars direkt am Wasser. Hier kommt die Lichterkunst der Stadt erst richtig zur Geltung. An der Promenade bieten Einheimische bunte Papierblüten mit Kerzen an. Diese kann man nach einem Kauf für ein paar Cent mit einem langen Stab auf das Wasser setzen und einen persönlichen Wunsch hinausschicken. Steckt man grade in einer schwierigen, belastenden Situation, kann einem das Erleichterung schaffen (man muss nur ganz fest dran glauben :-)…).
So wunderbar und schön Hoi An auch ist, so muss man sich auf viel Tourismus einstellen und damit einhergende überteuerte Preise sowie nervende und auch unfreundliche Vietnamesen. Oft wurden wir in Gespräche verwickelt, die erst sehr interessant waren und der Gegenüber sehr freundlich schien, es dann aber in eine bestimmte Richtung ging, wo wir etwas kaufen sollten („Oh wie schön, aus Deutschland kommt ihr? Meine Schwester war auch mal dort. Sie hat hier direkt einen Laden, wo sie tolle geschneiderte Klamotten verkauft. Das müsst ihr euch ansehen…“). Viele brachten schnell zum Ausdruck was sie von uns hielten, wenn wir nicht interessiert waren etwas zu kaufen und missbilligten uns schon fast. Das hat uns ein bisschen enttäuscht, aber man stellt sich schnell auf die Verkaufsmasche ein und hat sich nach kurzer Zeit daran gewöhnt.
Wir würden jedem, der das Land Vietnam besuchen möchte, einen Abstecher nach Hoi An empfehlen! Die geschmückten, verschnörkelten Straßen lösen eine ganz besondere Stimmung aus, die einen von morgens bis abends strahlen lässt.
Vietnam
Der Ha-Giang-Loop mit dem Motorrad
Unseren 5-Tages-Motorradtrip durch den faszinierenden Norden Vietnams möchten wir gerne mit euch teilen. Dieser Loop ist eines unserer Highlights der Weltreise und einer der schönsten, natürlichsten und imposantesten Orte, die wir je gesehen haben.
Tag 1
Ha Giang - Yen Minh
102 Kilometer Fahrt
Ein kurvenreiches Erlebnis mit drei Viewpoints und heftigen Wetter-
schwankungen von starken Regenfällen und Nebel bis hin zu klarer Sicht und knallender Sonne.
Dafür die Natur umso schöner!
Tag 2
Yen Minh - Dong Van
86 Kilometer Fahrt
Prächtige Hügel und Berge, ein wunderschönes Blumenfeld und die Grenze zwischen Vietnam und China. Eine atemberaubende Aussicht und ein unvergessliches Erlebnis.
Tag 3
Dong Van - Du Gia
88 Kilometer Fahrt
Wir lernten das tägliche Leben ethnischer Völker kennen, hatten eine mega Aussicht vom „Todesfelsen“, fuhren zwischen zwei Bergrücken (den Ma-Pi-Leng Pass) und sahen die vielen knallgrünen Reisfelder Vietnams. Und damit war Tag 3 der beste des gesamten Loops!
Tag 4
Aufenthalt in Du Gia
0 Kilometer Fahrt
Wir besichtigten den einheimischen Sonntagsmarkt, entspannten an einem Wasserfall und waren bei einem typisch-vietnamesischen Familienessen bei unserer Gastfamilie dabei. Ein erholsamer und schöner Tag.
Tag 5
Du Gia - Ha Giang
70 Kilometer Fahrt
Hier fuhren wir den schlechtesten Streckenabschnitt der gesamten Strecke: Lange Wartezeiten durch Felsensprengungen, viel Geröll und Schlaglöcher. Und trotz allem liebten wir auch diesen Tag dank der imposanten Berge und Täler, die wir ein letztes Mal zu Gesicht bekamen.
Ein Gefühl von Freiheit
Gefühle und Gedanken nach einem Monat Weltreise
Gefühlskarussell
Vor einem Monat noch saßen wir in Deutschland und haben uns auf unsere Reise vorbereitet. Dann ging alles ganz schnell: Unsere Abschiedsfeiern, letzte Erledigungen machen, ab in den Flieger, ciao!
Ich muss gestehen: Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Zeit davon rast und man keine Möglichkeit hat, Gedanken und Gefühle richtig zu realisieren und mit ihnen umzugehen. Vorallem die letzte Zeit vor Beginn der Reise war das der Fall. Ich denke, wenn man so im „Umbruch“ lebt, ist das allerdings normal. Viel Hektik, viele Erledigungen, viel Freude, viele Unsicherheiten. Von allem einfach viel. Manchmal habe ich pure Freude gefühlt, war unfassbar aktiv, habe meine To Do Liste abgearbeitet. Und an manchen Tagen habe ich nicht einen Punkt erledigen können, wollte gerne alles hinschmeißen und saß ohne ein Wort zu sagen stundenlang auf der Couch. Tja, so war das nunmal vor der Reise. Aber das es so wird, habe ich mir tatsächlich vorher auch schon gedacht. Rückblickend war‘s auch garnicht so schlimm, wie es klingt. :-)
Ein Gefühl von Freiheit
Seit wir Deutschland verlassen haben, stellt sich immer mehr ein Gefühl von Freiheit ein. Von Gelassenheit. Man hat keinen Alltag mehr wie vorher. In Deutschland hat sich unser Leben teilweise angefühlt wie eine einzige To Do Liste mit Dingen, die täglich abgehakt werden müssen. Selbst ein Treffen mit Freunden war für mich manchmal ein Termin, den ich abhaken musste. Was ein Quatsch, oder?
Hier ist es so, dass wir unser Leben so strukturieren, wie es uns guttut. Wir möchten viel entdecken, kennenlernen und sehen. Daher planen und organisieren wir unsere Tage soweit, dass wir am Ende sagen können: Wir verstehen die Menschen und Kulturen verschiedener Länder und finden xy gut oder schlecht. Aber: Sobald wir merken, es geht uns gesundheitlich nicht gut oder wir brauchen einfach mehr Zeit für bestimmte Orte, dann nehmen wir uns eine Auszeit, verlängern Nächte, machen auch mal einen Tag lang nicht sonderlich viel. Und das lieben wir.
Wir geben ein Tempo vor, was uns gut tut. Ich glaube, in Deutschland habe ich mein Tempo noch garnicht gekannt. Irgendwie fühle ich mich hier mehr wie ich selbst. Frei in dem, zu tun was ich möchte und wie schnell oder langsam ich es möchte.
Das Gefühlschaos, was ich vor der Reise noch hatte, ist wie weggeblasen. Zumindest was unsere Reise betrifft. Natürlich kommen immer wieder Dinge, die Emotionen in mir auslösen, mit denen ich zurecht kommen muss. Aber das klappt hier erstaunlich gut.
Bis jetzt können Erwin und ich beide mit einem Lächeln im Gesicht sagen: Wir haben ein Level von Freiheit erreicht, was wir noch nie zuvor gefühlt haben. Es war die richtige Entscheidung, einen Cut im Leben zu machen, wenn auch nur für eine absehbare Zeit. :-)
Die Philippinen
Unser erstes bereistes Land auf unserer Weltreise.
Traditionelles Leben in San Vicente
Insgesamt drei Tage waren wir in einem kleinen Dorf auf den Philippinen, wo Erwins Mama mit einem Teil der Familie lebt.
Diese paar Tage haben uns einiges über das alte und noch sehr traditionelle Leben auf den Philippinen gelehrt, abseits des Tourismus.
San Vicente ist ein kleiner Bezirk und wirkt fast abgeschnitten von der Welt, mitten wie in einem Dschungel. Hier gibt es so gut wie keine Häuser aus Beton, sondern die Menschen leben in Hütten aus Bambus. Die Wohnung beschränkt sich dabei auf zwei bis drei kleine Räume. Dekoration und Schnickschnack sucht man vergebens. Die Wohnungen sind mit dem ausgestattet, was man zum Leben braucht: Ein paar Matratzen, ein Klo und ein Duschkopf, sowie ein paar Töpfe und außerhalb der Hütte noch eine Feuerstelle. Das war‘s dann auch schon.
Wir lebten in dem Haus von Erwins Mama, welches schon besser aufgestellt ist als andere Hütten. Trotz allem war es eine große Umstellung für uns und ich kann mittlerweile gut nachvollziehen, wieso einige Menschen in Deutschland den Minimalismus für sich als Lebensweise entdeckt haben. Auch an kalte Duschen habe ich mich irgendwann gewöhnt (Erwin übrigens nicht ;-)). Waschmaschinen in den Hütten sucht man hier vergebens, es wird alles noch mit der Hand an einem Brett geschrubbt und gewaschen.
Wie ihr seht: Das Leben in einem Dorf wie San Vicente ist hart. Daher haben die Menschen dort auch einen anderen Fokus. Die Zeit wird täglich mit Essen beschaffen, kochen und arbeiten verbracht. Erwins Onkel Elde z.B. besitzt ein eigenes Feld mit Kürbissen, Reis, Kokosnuss und Mais und beschäftigt ein paar Leute, die täglich in diesem Feld arbeiten um alles zu ernten. Mit dem Verkauf seiner Ernte finanziert sich Elde seinen Lebensunterhalt. Viel ist es allerdings nicht, da er ja auch die Arbeiter zahlen muss.
Nutztiere wie der Carabau (Wasserbüffel) helfen dabei, das Geerntete von A nach B zu transportieren. Es gibt nur wenige Maschinen, die einem die Arbeit auf dem Feld erleichtern - und wenn, dann sind sie meistens veraltet oder kaputt.
Haustiere gibt es hier nicht. Jedes Tier hat einen Nutzen. Fische aus dem eigenen Teich werden geangelt und gegessen, das Schwein wird geschlachtet. Hühner ebenso. Der Hund dient als Wachhund und ist kein Schmusetier wie in Deutschland. Fast jeder in diesem Dorf besitzt eigene Tiere, allerdings nur eben des Zweckes wegen. Das alles zu sehen war für uns nicht einfach. Einmal waren wir dabei, als die Familie das Essen zubereitete: Es gab frischen Fisch, aus dem eigenen Teich gefangen, betäubt und gegrillt. Ich für meinen Teil habe nach kurzer Zeit wegsehen müssen, als angefangen wurde, die Fische auf den Boden zu schlagen um sie zu betäuben. Aber genau so ist es eben: Die Leute schlachten hier noch alles selbst. Man kauft nichts abgepackt und mariniert. Die Kids lernen dies von kleinauf und sind abgehärtet. Sie halfen auch dabei, die Fische zu fangen und zu betäuben.
Generell ist die Hauptnahrungsquelle hier das Getreide und Obst, was auf den Feldern wächst. Dadurch ist das Essen immer regional und saisonal, allerdings ist es auch eine einseitige Ernährung. Es gibt nur wenig Import, da es keine großen Lebensmittelgeschäfte gibt, sondern eher kleine Straßenstände, in denen die Menschen ihre Ernte verkaufen und ein paar Dinge die man so braucht (wie Hygieneartikel).
Diese paar Tage waren für uns nicht einfach. Wir haben viel Armut gesehen und viele Menschen, die tagtäglich kämpfen müssen. Aber wir haben auch gesehen, dass man glücklich sein kann mit wenigen Dingen. Wir haben gelernt, dass die Familie unfassbar wichtig ist, dass man füreinander da ist und mit anpacken muss. Die Familie war hier jeden Tag zusammen, die Jüngsten und die Ältesten, von morgens bis abends. Und ganz ehrlich: Wir haben noch nie in einer so schönen Natur gehaust wie dort. Es war unglaublich.
Wenn ich daran denke, worüber ich mich in Deutschland alles aufgeregt habe, wie meine Laune durch Kleinigkeiten runtergezogen wurde, komme ich mir total bescheuert vor mit diesen First World Problems / Luxusproblemen.
Die vielen Eindrücke müssen wir definitiv erstmal verarbeiten und sagen bis dahin: Ciao & bis zum nächsten Mal mit weiteren Gedanken und Gefühlen zu besonderen Orten dieser Welt.
Wissenswertes über die Philippinen :-)
Wir waren nun einige Wochen auf den Philippinen und wollten euch gerne unsere ersten Eindrücke mitteilen, bevor es im Dezember wieder dorthin zurück geht. Es war insgesamt sehr faszinierend, wie unterschiedlich die Kultur dort zu Deutschland ist. Wenn ihr daran interessiert seid, lest gerne mal rein:
Menschen
Die Menschen auf den Philippinen kamen uns allesamt sehr freundlich vor. Immer wurde versucht uns alles verständlich zu erklären und nie fühlten wir uns fehl am Platz. Viele Einheimische haben mit uns über ihre private Situation auf den Philippinen gesprochen, wie es mit der Arbeit und dem Gehalt dort ist, ob sie sich sicher fühlen vor Kriminalität, was sie am System gerne ändern würden und und und …
Es war unfassbar spannend und sehr interessant, so viele persönliche Geschichten zu hören, die uns weitergeholfen haben, das Leben auf den Philippinen noch besser kennen zu lernen und zu verstehen.
Bildung
Auf den Philippinen gibt es die „Preschool“ (Kindergarten), die „Elementary School“ (Klasse 1-6), die Junior High (Klasse 7-10) und die Senior High (Klasse 11-12). Ist die Senior High abgeschlossen, hat man noch die Möglichkeit zu studieren.
Am 08. September waren wir in der Grundschule zu Besuch bei Gabriel, Erwins Neffen. Hier ist es üblich, dass die Mütter der Kinder gemeinsam mit ihren Kindern in der Schule Lunch essen. Die Mittagspause dort geht üblicherweise 90 Minuten. Jeder bringt etwas zu Essen mit wie Reis, Adobo oder Ähnliches.
Wir kamen während des Lunchs ins Gespräch mit einer Lehrkraft und waren schockiert über das, was sie uns erzählte. Als Lehrkraft dort ist man in einem der „unteren Ränge“ (so nannte sie es tatsächlich selbst) und wird sehr schlecht bezahlt. Das Government behandelt einen von oben herab laut ihrer Aussage. Die Lehrkräfte haben eine Uniformpflicht, welches sie als sehr diskriminierend empfindet, da man sie von außen direkt als Lehrerin identifizieren kann. Sie erzählte uns, dass sie schon Bewerbungen schreibt für eine Stelle in anderen Ländern, wo es bessere Bedingungen gibt.
Auch die Schüler haben auf den Philippinen einen strengen Dresscode, der eingehalten werden muss.
Ältere Menschen / Menschen mit Behinderung / Schwangere
Auf den Philippinen ist es üblich, dass ältere Menschen hier viel Respekt bekommen. Als Begrüßung beispielsweise küsst man einer älteren Person den Handrücken oder berührt ihren Handrücken mit der Stirn.
Supermärkte sind beim Eingang viel bestuhlt, damit ältere Menschen, Menschen mit Behinderung und Schwangere dort Platz nehmen und sich ausruhen können. Auch an der Kasse haben sie Vorrang und können an der Schlange vorbei zum Bezahlen. In Jeepneys sind extra für sie Plätze reserviert.
Sprache
Die Verständigung als Ausländer mit den Locals ist recht einfach, da man fast überall Englisch spricht und die Kinder schon von klein auf Englisch lernen. Nur in manchen Dörfern ist es noch so, dass nur „Tagalog“, „Bicol“ o. Ä. gesprochen wird und die Verständigung schwieriger ist.
Fun Fact: Es gibt auf den Philippinen ungefähr 300 Dialekte, was die Verständigung der Locals untereinander schwierig macht. Tagalog ist die Landessprache, aber durch die vielen Dialekte sind die Wörter widerum unterschiedlich oder werden anders ausgesprochen.
Wetter
Wusstet ihr, dass die Regenschirme hier nicht für den Regen, sondern für die Sonne verwendet werden?
Und dass die meisten Menschen täglich lange Kleidung tragen, um sich vor der Sonne zu schützen, statt luftige und lockere Klamotten?
Verkehr
Am meisten hat uns der Verkehr fasziniert.
In Deutschland ist alles geregelt durch Schilder oder Regeln, die man in der Fahrschule bereits verinnerlicht und im Verkehr anwenden muss.
Auf den Philippinen ist der Verkehr kaum geregelt, weder durch Schilder noch durch Ampeln. Ampeln gibt es kaum und Schilder wie Fußgängerüberwege werden rigoros nicht beachtet. Vorfahrtsschilder haben wir erst gar nicht gesehen und Regeln wie „rechts vor links“ gibt es allem Anschein nach auch nicht.
Wegen des vielen Chaos auf den Straßen stehen an den Schulen oft Polizisten, die den Schülern helfen, die Straße zu überqueren und die die Autos zum Halten zwingen.
Fun Fact: Während man in Deutschland nur in einer Gefahrensituation hupen darf, ist das Hupen hier für alles gedacht: Es wird zur Begrüßung anderer Verkehrsteilnehmer verwendet, als „Vorsicht ich überhole“, „Vorsicht ich fahre einfach“ oder manchmal auch einfach nur mal so, ganz ohne Grund. So ganz schlau sind wir nicht draus geworden. Einen Tag lang hatten wir uns auch einen Roller ausgeliehen und sind selbst gefahren - Mann war das aufregend! Und Mann haben wir wenig gehupt im Gegensatz zu den anderen… ;-)
Das meiste Mittel zur Fortbewegung ist hier der Jeepney, das Mofa oder das Tricycle. Autos fahren im Vergleich zu Deutschland nur sehr wenige Menschen.
Ein Jeep ist zu vergleichen mit einem Bus und war auch das Fortbewegungsmittel, was wir täglich genutzt haben. Ein Jeep hat allerdings keine Haltestelle wie in Deutschland, sondern man gibt dem Fahrer ein Handzeichen, springt rein, gibt dem Fahrer während der Fahrt ca. 15 Peso (= 0,25 €) in die Hand und fährt mit. Wenn man rausmöchte, gibt man dem Fahrer durch ein Klopfen an die Decke Bescheid und springt dann wieder schnell raus, wenn er hält.
Mit dem Tricyle sind wir auch täglich gefahren, diese Option ist allerdings etwas teurer. Ein Tricycle ist ein privater Fahrservice für ca. 2-3 Personen, der dich wirklich überall hinbringt und keine Route hat wie der Jeepney.
Fun Fact: Die Jeepfahrer haben keine Kasse, wo sie das Geld reinlegen, sondern haben die Scheine meisten zwischen den Fingern geklemmt. Belege für die Mitfahrer gibt es hier auch nicht. Generell kommt einem auf den Philippinen alles recht locker was den Verkehr anbelangt
Umwelt
„I‘m a barbie girl in a barbie world. Life in plastic, it‘s fantastic!“
Das trifft es auf den Punkt genau. Es ist alles doppelt und dreifach in Plastik verpackt. Der Kaffee in einem Plastikbecher ist wiederum in einer Plastiktüte verpackt. Im Supermarkt bekommt man ebenso für die Einkäufe die gratis Plastiktüte dazu. Beim Streetfood werden die Lebensmittel verpackt - worin? In Plastitüten. Es ist wirklich der absolute Wahnsinn. Und im Endeffekt wird dieses Plastik dann in Hinterhöfen oder auch mitten auf der Straße verbrannt, da es leider keine gute Plastikentsorgung gibt. Wir haben uns mittlerweile schon angewöhnt zu sagen, dass wir keine Plastiktüte brauchen. Doch ein weiteres Problem ist: Mülltonnen sind echt Mangelware. Ob auf riesigen Foodmärkten, in Restaurants oder City Malls: Ihr werdet keine Mülleimer finden. Wir packen daher unseren ganzen Müll in den Rucksack und halten Ausschau nach Entsorgungsmöglichkeiten.
Essen
Wenn man Fleisch in allen Variationen liebt und auch nicht abgeneigt ist bei Fisch, der ist hier genau richtig.
Auf den Straßenmärkten wird immer sehr viel frittiertes Fleisch angeboten. Dabei wird wirklich alles im Tier verarbeitet. Ob Blut, Dickdarm, Lunge oder Herz: Hier bekommt man ausnahmslos alles vom Tier frittiert auf den Teller.
Auch Fisch gibt es reichlich, jedes Gericht serviert mit einem Haufen Reis.
Morgens gibt es an jeder Ecke Suppe.
Dinge wie normales Brot oder Brötchen sucht man hier vergeblich.
Wir mussten uns ein bisschen daran gewöhnen, aber mittlerweile lieben wir eine heiße Suppe am Morgen und Reis zu absolut jeder Tagesform. :-)
Auch sind die Portionen auf den Philippinen recht überschaubar, was meinem (Eileens) Magen gut tat, da man definitiv nicht zu viel Essen konnte wie der Magen verträgt. :-D Das ist aber eben ein großer Unterschied zu Deutschland. Während man in Deutschland meistens einen großen Teller zu Mittag isst, so hat man auf den Philippinen immer mehrere kleine Portionen.
An den Kaffee muss man sich hier ein bisschen gewöhnen, denn es gibt hier fast nur kalten Milchtee mit viel Zucker. Normalen schwarzen Kaffee, Cappuchino oder Latte Macchiato gibt es kaum. Und wenn dann doch mal ein Laden solche Kaffees anbieten, dann immer mit reichlich Zucker und auch immer kalt.
Der Verzehr von Akohol
In Legazpi, wo wir einige Tage verbrachten, sind wir auch mal mit einem Bierchen abends durch den Park geschlendert und haben uns jedes Mal gefragt, weshalb wir die Einzigen sind, bis uns jemand aufklärte, dass das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit eine Straftat darstellt. UPS!
Auch ist es dort unüblich, anders als in Deutschland, Wein und Sekt zu konsumieren. Diese Getränke können sich nur die Reichen leisten. Gin und Bier sind die „Getränke für alle“, wie uns die Locals dort berichteten. Entweder man trinkt den Gin hier pur oder mischt ihn mit Eistee (was übrigens auch echt lecker schmeckt).
Gerne wird zusammen am Wochenende „Polotan“ veranstaltet: Es wird sich in einer Gruppe getroffen und den ganze Abend lang Ginshots und Bier getrunken, während für reichlich Essen gesorgt ist (z.B. Fisch und deftige Snacks wie Cracker usw.). Hier trinken die Menschen selten nur Alkohol, sondern sie essen tatsächlich auch immer etwas dabei. Achso, übrigens sagt man hier bei jedem Shot „Tagai“ und nach jedem Bierprosten „Campai“.
So, Tagai, ihr Lieben!
Ankommen auf den Philippinen
Am 03. September ging es für uns los auf unsere große Reise:
Wir standen gegen 5 Uhr morgens auf, packten unsere letzten Sachen in unseren Backpack und fuhren zum Frankfurter Flughafen.
Um 11:20 Uhr ging der Flieger nach Taipei. Wir flogen 13 Stunden (in eine andere Zeitzone, daher muss man immer 6 Stunden bei der Uhrzeit draufrechnen) und waren um 06:35 Uhr in Taipei.
Von dort aus flogen wir zwei Stunden nach Manila und hatten einen sechsstündigen Aufenthalt. In Manila haben wir das erste mal gemerkt, WIE günstig es in Asien wirklich ist: Unsere erste Mahlzeit dort war ein Mittagessen für insgesamt 4,50 € (insgesamt, nicht pro Person). Ein großer Kaffee Latte mit Haselnuss kostete auch nur 1,70 €. Es war richtig lecker und machte uns echt glücklich. :-)
Nach dem Aufenthalt ging es weiter nach Daraga mit dem Innlandflieger. Die Flugzeit hier betrug dann nur noch 80 Minuten.
Daraga ist erstmal unser Hauptziel, da Erwins Familie hier wohnt. Der erste Eindruck von Daraga war viel besser als von Manila: Die Natur ist unglaublich schön, während Manila eine sehr überfüllte Stadt ist, in welcher wir uns leider auch nicht sicher fühlten. In Daraga angekommen, mussten wir noch mit einem Taxi zu dem Haus fahren, wo seine Mutter wohnt und danach mit einem Tricyle weiter in unsere Unterkunft.
Nervlich waren wir ziemlich am Ende, da wir bis dato 30 Stunden wach waren und uns eine dicke Erkältung in den Flugzeugen geholt hatten. Auch das Klima (vor allem die Luftfeuchtigkeit) und die Zeitverschiebung machte uns zu schaffen.
In unserem Appartement angekommen, wollten wir nur noch schnell etwas auf dem Nachtmarkt essen und dann endlich schlafen, aber aufeinmal kam der
SCHOCK:
Erwins kompletter Rucksack mit all seinem Technikequipment und allen Bankkarten war verschwunden. Erwin sperrte direkt all seine Bankkarten und wir überlegten uns, ob diese riesige Reise noch wirklich einen Sinn macht (wem bitte passiert sowas schon am ersten Tag?). Wir sind mit seiner Mutter und seiner Halbschwester direkt zur Polizei gefahren und haben eine Anzeige erstattet. Die Polizisten waren unfassbar freundlich und sind mit uns zwei Mal mit Blaulicht durch den Ort gefahren, haben Kameravideos von einem Café angesehen wo wir dachten, dass er dort gestohlen wurde, und haben eine zweite Polizeistelle hinzugezogen. Das Verhältnis war lustigerweise sehr freundschaftlich und herzlich, es wurden sogar Social Media Accounts ausgetauscht. Das hätten wir uns so nicht vorgestellt, und es hat uns tatsächlich ein Lächeln auf die Lippen gezaubert, nach all dem Stress und der gesundheitlichen Abgeschlagenheit. Im Endeffekt klärte sich die Situation nach drei bis vier Stunden auf, da der Rucksack in einem Taxi lag, welches uns zu dem Haus der Familie brachte.
Wir waren nun 36 Stunden wach, hungrig und absolut am Ende. Daher blieb und nur noch der kurze Weg zu McDonalds (shame on us!), denn selbst der Nachtmarkt hatte mittlerweile nicht mehr auf.
Um 0.30 Uhr sind wir erschöpft, aber doch froh alles geregelt zu haben, in unser Bett gefallen. Den Start in unser Abenteuer hatten wir uns zwar anders vorgestellt, aber hey: Jetzt kann uns nichts mehr aufhalten und wir sind READY für die geilste Lücke in unserem Lebenslauf.
Erwin & Eileen